BIngK und BDB zu Gast bei Staatssekretär Machnig (BMWi)

Die Bundesingenieurkammer (BIngK) und der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V. (BDB) waren am 20. Oktober 2016 zu Gast bei Staatssekretär Machnig im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Kernpunkte des Gesprächs waren die Überarbeitung des Musteringenieur-gesetzes im Lichte der Entwicklungen in Europa, die Umsetzung der digitalen Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) und deren Auswirkungen für den Berufsstand sowie die Binnenmarktstrategie der Europäischen Kommission.

Staatssekretär Machnig sicherte der Bundesingenieurkammer und dem BDB seine volle Unterstützung im Ringen um den Erhalt von Rahmenbedingungen, die auch künftig eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Ingenieuren sicherstellen und damit die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ingenieure gewährleisten, zu. Hintergrund ist, dass es Bestrebungen einzelner Bundesländer gibt, einen Rahmen für die Ausbildung von Ingenieuren genügen lassen zu wollen, der z.T. deutlich unter den Anforderungen vieler europäischer Nachbarländer zurückbleibt. Die Folge könnte sein, dass das deutsche Ingenieurstudium im Ausland nicht mehr anerkannt würde, was katastrophale Auswirkungen für die Marke „German Engineering“ hätte.

Weiter wurden in dem Treffen auch die Herausforderungen für kleine und mittelgroße Planungsbüros durch die Einführung von BIM in Deutschland machnig_5angesprochen. BIM umschreibt eine Methode der optimierten digitalen Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden unter Einsatz von Software. Der Einsatz von BIM bewirkt dabei eine massive Umwälzung der gesamten Wertschöpfungskette Bau. Die unbestreitbaren Vorteile des Einsatzes digitaler Planungsmethoden – vor allem für Großprojekte – dürfen jedoch nicht den Blick dafür verklären, dass durch BIM auch Herausforderungen entstehen, denen sich die gesamte Branche stellen muss. BIM ist nicht nur etwas für die „Großen“; auch die Belange der kleinen und mittelgroßen Planungsstrukturen müssen eingebunden werden und Berücksichtigung finden, denn gerade sie bilden das Rückgrat der deutschen Planungslandschaft. Eine Aufhebung der bewährten Trennung von Planung und Ausführung quasi durch die Hintertür durch BIM etwa darf es nicht geben. Staatssekretär Machnig sicherte dem Berufsstand seine volle Unterstützung zu und versprach auch die Einbindung in die anstehenden Gespräche mit den übrigen Ressorts.

Zum Schluss wurde auch noch die Binnenmarktstrategie der Europäischen Kommission thematisiert. So wichtig sinnvolle Deregulierung und Bürokratieabbau auch für die kleinen und mittelgroßen Planungsbüros im Hinblick auf Effizienzsteigerungen und „mehr Zeit für das eigentliche Geschäft“ sind, so elementar sind jedoch auch die Instrumentarien, die die Planungsqualität in Deutschland gewährleisten. Ein Abbau dieser qualitätssichernden bewährten Rahmenbedingungen unter dem Mantel vermeintlicher Verbesserungen der Wettbewerbsbedingungen in Europa darf es im Hinblick auf den Schutz der Bürgerinnen und Bürger und den berechtigten Anspruch des Auftraggebers auf eine qualitätsvolle Planungsleistung nicht geben. In diesem Zusammenhang sprachen der BDB und die BIngK noch einmal ihren Dank gegenüber Staatssekretär Machnig aus, dass sein Ressort den Erhalt der Mindest- und Höchstsätze der HOAI auch gegenüber der Europäischen Kommission nachhaltig verteidigt hat.

An dem Gespräch mit Staatssekretär Maching nahmen für die Bundesingenieurkammer Vizepräsident Dr.-Ing. Hubertus Brauer und der Geschäftsführer Martin Falenski, für den BDB Präsident Dipl.-Ing. Hans-Georg Wagner und Hauptgeschäftsführer Herbert Barton teil.


Bildquellenangabe: Kirsten Ostmann