Jahrbuch „lngenieurbaukunst 2016 – Made in Germany“ erschienen

Vielfältige Werkschau und Diskussionsplattform

Ein Museum, das windschnittig ist wie ein Rennwagen. Eine über dreißig Meter tiefe Baugrube mitten im Rhein. Ein neues Gehege für Primaten im Stuttgarter Zoo.
Das sind nur drei der Bauwerke, die im neuen Jahrbuch „lngenieurbaukunst“ vorgestellt werden. Schon diese kurze Auswahl deutet auf die enorme Vielfalt an Projektberichten hin, die das diesjährige Buch ausmacht.

Die Buchreihe „lngenieurbaukunst – Made in Germany“ wurde im Jahr 2001 initiiert. Seit der ersten Ausgabe hat sie das Ziel, herausragende Leistungen deutscher Ingenieure darzustellen und dabei das gesamte Spektrum des Bauingenieurwesens abzudecken. Mit dem diesjährigen Buch wird dieser hohe Anspruch wieder auf beeindruckende Weise eingelöst und die Vielfalt der Aufgabenstellungen und Arbeitsgebiete der Bauingenieure wird in einer überaus ansprechenden Form abgebildet.

Die Art der porträtierten Bauwerke weist eine große Bandbreite auf: Es werden Hochbauten vorgestellt, wie die Europäische Zentralbank in Frankfurt; Straßenbrücken, wie die Elbebrücke Schönebeck; Fußgängerbrücken, wie jene in Stuttgart-Vaihingen. Daneben finden auch Tunnelbauwerke, wie der Gotthard-Basistunnelund die Wehrhahnlinie, Platz im Buch.
Außerdem sind die unterschiedlichsten Baustoffe vertreten. Das Wälderhaus in Harnburg besteht zu großen Teilen aus Holz, die Sundsvallbrücke in Schweden ist ein Stahlbauwerk und die Brücken der Landesgartenschau in Schwäbisch Hall sind Holz-Beton-Verbund­konstruktionen. Natürlich werden nicht nur Neubauprojekte dargestellt, sondern auch Sanierungsmaßnahmen wie am Carreau de Temple in Paris. Zukunftsweisend ist das Solarkraftwerk „Ultimate Trough“ in Kalifornien, das sich durch seine multidisziplinäre Lösungsfindung auszeichnet.

Beeindruckend ist das Jahrbuch 2016 aber auch wegen der geografischen Vielfalt der Projekte. Aufvier Kontinenten befinden sich die Standorte der Bauwerke. So wird unter anderem über das Fulton Center New York, die Brücke zum Mont-Saint-Michelin Nordwest­Frankreich, die große Moschee von Algerien und das Haliyev-Center Baku in Aserbaidschan berichtet.

Das Buch belegt darüber hinaus auch, dass hervorragende Leistungen von Bauingenieuren nicht nur bei architektonisch besonders ausgefallenen Bauwerken oder bei Superlativ-Projekten gefragt sind. Es zeigt, dass sie sich oft auch bei kleineren Projekten finden. Oft sind sie – und das ist ein Fluch der lngenieure – nach Fertigstellung kaum mehr erkennbar, wie beispielsweis ein Brandschutzkonzept oder ein Baugrubenverbau. Auch diese Ingenieurleistungen gehören in das Jahrbuch „Ingenieurbaukunst“.

Neben der oben beschriebenen Werkschau fungiert das Buch aber auch als Reflexionsfläche für aktuelle Debatten im Bauingenieurwesen. Wer finanziert Innovationen im Bauwesen? Wie können wir bestehende Infrastrukturbauwerke trotz erhöhter Lasten langfristig weiter nutzen? Was müssen wir tun, um auch in Zukunft die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sicherzustellen? – Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich Autoren wie Mike Schlaich, Eugen Brühwiler und Norbert Dichtli im Essayteil des Buches. Abgerundet wird dieser Bereich durch einen historischen Beitrag zu Karl Bernhard von Cengiz Dicleli und einen Blick in die Zukunft zum Thema Faserverbundwerkstoffe  von Jan Knippers.

„Ingenieurbaukunst – Made in Germany“ erscheint nunmehr in jährlichem Rhythmus – auch dank der freundlichen Unterstützung durch das Bundesbauministerium, das mit seinem Beitrag die besondere baukulturelle Bedeutung  des Buches würdigt.

„Ingenieurbaukunst 2016 – Made in Germany“ ist am 4.  November erschienen, hat einen Umfang von
192 Seiten und kostet 39,90 €.
www.ernst-und-sohn.de/ingenieurbaukunst-2016
ISBN: 978-3-433-03126-1

Hinweis: Für die kommende Ausgabe 2017 des Jahrbuchs können ab sofort Projektvorschläge  bei der
Bundesingenieurkammer (presse@bingk.de) eingereicht werden.

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