Klimaschutzprogramm 2030 | BIngK sieht Nachbesserungsbedarf

Die Bundesingenieurkammer begrüßt das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung, fordert jedoch mehr Mut bei der Ausgestaltung. Positiv zu sehen sei, dass das Programm sektorübergreifend und technologieoffen angelegt ist. Dass für den Gebäudebereich die steuerliche Förderung selbstgenutzten Eigentums eingeführt werden soll, sei ebenfalls zu begrüßen. Eine schnelle und zuverlässige Lenkungswirkung der CO2-Bepreisung in der geplanten Form bezweifelt die Bundesingenieurkammer jedoch. 

So werde beispielsweise ein Hausbesitzer, dessen Gasheizung 20.000 kWh/a verbraucht, bei 10 €/to CO2 mit Mehrkosten von 0,2 Cent je kWh bzw. 40 € pro Jahr belastet. Die Fest-Bepreisung der Emissionen unterlaufe zudem ein wesentliches Ziel des Zertifikatshandels – nämlich die Deckelung der Emissionen und damit einhergehend die marktregulierte Verteuerung bei Verknappung der Rest-Emissionsrechte, kritisiert die Bundesingenieurkammer. Auch die bis 2025 auf 35 €/to CO2 ansteigenden Emissionspreise gehen bei den gängigen fossilen Brennstoffen sehr wahrscheinlich im Zuge der allgemeinen Energiepreisentwicklung unter. Eine mittelfristig ausreichende Lenkungswirkung sei hier ebenfalls nicht zu erwarten.

Daher lautet das Fazit der Bundesingenieurkammer: Das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung – wenngleich ein zu zaghafter. Die Faktenlage und die Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen erfordern ein mutigeres Vorgehen und wesentlich mehr Tempo.

Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay

Copy Protected by Chetan's WP-Copyprotect.