Bundesregierung: Aktionsplan zur Senkung der Baukosten

Bundesregierung: Aktionsplan zur Senkung der Baukosten

Bundesregierung: Aktionsplan zur Senkung der Baukosten 1920 1080 Bundesingenieurkammer

Auf einer Investorenkonferenz Mitte Juni 2026 in Frankfurt am Main stellten Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil einen Aktionsplan zur Senkung der Baukosten und zur Beschleunigung des Wohnungsbaus vor. Vertreterinnen und Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Finanzbranche und Politik diskutierten dabei über Wege aus der anhaltenden Baukrise.

Der vorgelegte Aktionsplan bündelt Maßnahmen, die bereits seit Längerem als Stellschrauben gelten: schnellere Genehmigungsverfahren, stärkere Digitalisierung, kosteneffizientere Bauweisen sowie angepasste Förderinstrumente. Die Ausgangslage beschreibt das Bundesbauministerium weiterhin als angespannt. Steigende Baukosten und rückläufige Fertigstellungszahlen prägen den Wohnungsmarkt, vor allem in Ballungsräumen.

Fokus auf schnellere Verfahren
Ein Schwerpunkt des Aktionsplans liegt auf der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen. Bauleitplanverfahren sollen künftig auf maximal zwei Jahre begrenzt werden. Parallel dazu wird der digitale Bauantrag weiter ausgebaut. Ziel ist ein durchgängiger digitaler Prozess, der von der Antragstellung bis zur Genehmigung reicht. Nach den Plänen des Bundesbauministeriums sollen digitale Verfahren bis 2028 zum Regelfall werden, Papieranträge nur noch in Ausnahmefällen zulässig sein.

Modulares Bauen und vereinfachte Standards
Neben Verfahrensfragen adressiert der Aktionsplan auch die Baupraxis selbst. Serielles und modulares Bauen sollen stärker genutzt werden, um Bauzeiten zu verkürzen und Kosten zu reduzieren. Ergänzend ist eine Plattform geplant, auf der Beispiele für kosteneffizientes Bauen gebündelt und zugänglich gemacht werden.

Ein weiterer Baustein ist der sogenannte Gebäudetyp E. Er steht für ein vereinfachtes Bauen mit reduzierten Standards. Ein Gesetzentwurf dazu ist für September 2026 angekündigt. Aus der Immobilienwirtschaft wird seit Längerem eine zügige Umsetzung gefordert.

Neuordnung der Förderung
Auch die Förderstruktur im Neubau soll angepasst werden. Vorgesehen ist, bestehende Programme in einem zentralen Förderinstrument zu bündeln, das 2027 starten soll. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterstützung von Wohneigentum für Familien.

Für Investoren plant die Bundesregierung zudem, steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten über das Jahr 2029 hinaus zu verlängern. Damit soll die Planungssicherheit für Neubauprojekte erhöht werden.

Konferenz als Austauschplattform
Die Veranstaltung in Frankfurt am Main diente der Bundesregierung auch dazu, den Austausch mit der Branche zu suchen. Neben der Präsentation des Aktionsplans standen Gespräche über Umsetzungsfragen und bestehende Hemmnisse im Mittelpunkt.

Der Aktionsplan markiert damit einen weiteren Schritt der Bundesregierung, auf die anhaltenden Herausforderungen im Wohnungsbau zu reagieren. Ob und wie schnell die Maßnahmen Wirkung entfalten, wird maßgeblich von ihrer konkreten Umsetzung abhängen.

Stimmen zum X8-BauDialog

„Wenn wir im Wohnungsbau wirklich durchstarten wollen, müssen wir uns vom Ballast der zu hohen Baukosten befreien. Und genau dazu dient der Aktionsplan zur Senkung der Baukosten mit insgesamt 13 verschiedenen Maßnahmen. Wir setzen dabei auf Digitalisierung mit der verbindlichen Einführung des digitalen Bauantrags bis 2028. Wir führen einen Planungstakt ein, der dafür sorgt, dass Planverfahren nicht mehr 15, sondern nur noch zwei Jahre dauern sowie ein Bonus-System für verkürzte Bauzeiten. Und wir wollen mit dem Aktionsplan auch neue finanzielle Anreize setzen: Ich setze mich für weitere steuerliche Erleichterungen ein, wie zum Beispiel die degressive Abschreibung zu verlängern. Ich danke Finanzminister Lars Klingbeil, dass wir zudem bei meinem Herzensprojekt auf die Zielgerade einbiegen: Ein Wohnungsbaumodul für den Deutschlandfonds, der privates Kapital mobilisieren soll.“

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

„Mit unseren Rekordinvestitionen setzen wir Impulse: In den sozialen Wohnraum investieren wir bis 2029 insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Mit dem Deutschlandfonds hebeln wir privates Kapital. Auch das wird dem Wohnungsbau zugutekommen. Wir setzen auf vereinfachte Verfahren und weniger Bürokratie. Wir wollen außerdem, dass auch der Bund zukünftig Wohnungen in großem Stil bauen kann. Daher haben Bauministerin Verena Hubertz und ich die Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft vorgeschlagen.“

Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen

„Es geht vorwärts – nicht mit Höchstgeschwindigkeit, aber solide und nachhaltig. Im X8-BauDialog waren wieder viele gute und konstruktive Gespräche möglich. Die Richtung stimmt. Jetzt braucht es Ausdauer, Verlässlichkeit und vor allem Tempo in der Umsetzung.“

Martin Falenski, Hauptgeschäftsführer der Bundesingenieurkammer

Über X8-BauDialog
Im X8-BauDialog – ein Dialogformat von Bauministerin Verena Hubertz – tauschen sich u. a. immobilienwirtschaftliche Bundesverbände wie ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Immobilienverband Deutschland IVD und Haus & Grund sowie Bundesingenieurkammer und Bundesarchitektenkammer aus.

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