ECEC-Versammlung: Fokus Wohnungsbau, Vergabe & Zukunft des Ingenieurberufs

ECEC-Versammlung: Fokus Wohnungsbau, Vergabe & Zukunft des Ingenieurberufs

ECEC-Versammlung: Fokus Wohnungsbau, Vergabe & Zukunft des Ingenieurberufs 2560 1440 Bundesingenieurkammer

Der European Council of Engineers Chambers (ECEC) hielt seine 29. Generalversammlung in der spanischen Hauptstadt ab und diskutierte dabei zentrale Zukunftsthemen für den Ingenieurberuf in Europa. Gastgeber waren die spanischen Ingenieurorganisationen Unión Profesional de Colegios de Ingenieros (UPCI) sowie das Colegio de Ingenieros de Caminos Canales y Puertos. Die Bundesingenieurkammer wurde durch Vorstandsmitglied Christoph F. J. Schröder vertreten.

Fortschritte und politische Impulse auf europäischer Ebene
ECEC-Präsidentin Nina Dražin Lovrec verwies zu Beginn auf wichtige Fortschritte seit der letzten Versammlung. Dazu zählt insbesondere ein gemeinsames Positionspapier mit dem European Council of Civil Engineers, das eine europäische Vision für bezahlbaren, sicheren und nachhaltigen Wohnraum formuliert. Auch ein hochrangiges Roundtable-Gespräch im Europäischen Parlament – initiiert von der Europaabgeordneten Nikolina Brnjac – unterstreicht den wachsenden politischen Dialog. Eine gemeinsame Erklärung soll künftig eine koordinierte europäische Wohnungsbaupolitik stärken.

Wohnungsbau als zentrales Leitthema
Der Wohnungsbau zog sich als zentrales Thema durch die gesamte Versammlung. Intensiv diskutiert wurden unter anderem serielle und modulare Bauweisen, wobei César Franco, Präsident von UPCI, die spanische Perspektive einbrachte.

Reform der Vergabeverfahren im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Reform öffentlicher Vergabeverfahren. Die luxemburgischen Kolleginnen und Kollegen des Ordre des Architectes et des Ingénieurs-Conseils Luxembourg (OAI) stellten ihren Leitfaden zur qualitätsbasierten Auswahl (QBS) im Vergabeprozess vor. Die Initiative ist Teil umfassender Bemühungen in Luxemburg, die Vergabesysteme zu reformieren, indem Qualitätskriterien Vorrang eingeräumt und die Vergabeverfahren vereinfacht werden.

Ingenieurwesen und europäische Sicherheitsvorsorge
Auch die Rolle des Ingenieurwesens in der europäischen Krisen- und Sicherheitsvorsorge wurde thematisiert. Lovrec berichtete über Beiträge des ECEC zu einer Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zur Verteidigungsbereitschaft Europas. Filip Pachla präsentierte ergänzend Schutz- und Zivilschutzstrukturen in Polen, darunter Konzepte für Schutzräume und bauliche Vorsorgemaßnahmen.

Berufliche Anerkennung und Nachwuchsförderung
Darüber hinaus standen Fragen der beruflichen Anerkennung und Ausbildung im Fokus. Die Mitgliedsorganisationen bekräftigten ihre Unterstützung für einen gemeinsamen europäischen Ausbildungsrahmen für Bauingenieurinnen und -ingenieure. Ziel ist es, Qualifikationen und Standards EU-weit besser vergleichbar zu machen und gleichzeitig die Attraktivität des Berufs für junge Menschen zu erhöhen. Die Generalversammlung war sich einig, dass die Sichtbarkeit des Ingenieurberufs weiter gestärkt werden muss.

Vielfalt und Sichtbarkeit im Ingenieurberuf
Ein Signal für die Förderung von Vielfalt setzte der anotHERVIEWture Award, der von der österreichischen Ziviltechniker:innenkammer ausgelobt wird. Kristinka Chulak stellten dem Gremium den Preis vor, der sich gezielt an Ingenieurinnen und Architektinnen richtet. Er wird von einer international besetzten Jury begleitet, der auch Nina Dražin Lovrec und Kristinka Chulak angehören. Die diesjährige Verleihung findet im Oktober in Wien statt.

Zusammenarbeit als Schlüssel für die Zukunft
Die Versammlung unterstrich zudem die Bedeutung enger Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Ingenieurorganisationen. Platonas Stylianou, Präsident des Europäischen Rates der Bauingenieure (ECCE), und Esther Ahijado von Enginet – European Engineers, stellten die Aktivitäten ihrer Organisation vor. Inés Ferguson, Präsidentin des Europäischen Verbandes der Ingenieurberatungsgesellschaften (EFCA), war ebenfalls in Madrid vor Ort.

Zum Abschluss dankte der ECEC den spanischen Gastgebern und kündigte an, dass die nächste Generalversammlung Anfang November in Dubrovnik stattfinden wird.

 

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