BIM | planen-bauen 4.0

Digitalisierung des Planungs- und Bauwesens

Die Digitalisierung wird – wie in anderen Branchen – auch im Planungs- und Bauwesen unaufhaltsam voranschreiten. Auch wenn das Building Information Modeling („BIM“) im Prinzip nur eine neue Methode der Umsetzung darstellt und keineswegs automatisch die Lösung aller Probleme der Planungs- und Baubranche bedeuten kann, wird das internationale Umfeld die dort vorherrschenden Abläufe und Prozesse nach und nach auch nach Deutschland tragen. Sicher besteht eine Möglichkeit für einzelne, noch einige Jahre im eigenen Berufsumfeld weiter zu wirken, ohne sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen zu müssen. Der Blick in andere Branchen zeigt jedoch, dass diese Nischen stetig kleiner werden. Die zunehmende Digitalisierung wird dabei Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche der heutigen Berufs- und Tätigkeitsbilder haben: Vom Vergabewesen über die Vergütungsregelungen bis hin zu sich maßgeblich ändernden Ausbildungsrahmen und -profilen.

planen-bauen 4.0 

Nach langem Vorlauf wurde  2015 der Gründungsvertrag für die „planen-bauen 4.0 – Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH“ (www.planen-bauen40.de) von 14 Verbänden und Institutionen in Berlin unterzeichnet (zur Pressemeldung). Die Gründung geht zurück auf eine Empfehlung der Reformkommission Bau von Großprojekten unter der Leitung des damaligen Bundesverkehrsministers Dobrindt. Sie hat die Aufgabe, die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette Planen Bauen und Betreiben in Deutschland zu gestalten, zu koordinieren und zu unterstützen. Sie soll helfen, Risiken zu identifizieren und für diese Lösungen zu entwickeln. Die Wertschöpfungskette umfasst dabei den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken inklusive Rohstoffherstellung, Errichtung, Betrieb und Erhaltung, Rückbau und Recycling.

Die Gesellschaft hat einen Aufsichtsrat, der von Staatssekretär Rainer Bomba aus dem BMVI geleitet wird. Die Bundesingenieurkammer ist durch ihren Präsidenten, Hans-Ullrich Kammeyer, in diesem Gremium vertreten. Die Arbeit der Gesellschaft soll durch Fachbeiräte unterstützt werden. Der Zugang zu diesen soll allen Expertinnen und Experten ohne Rücksicht auf eine finanzielle Beteiligung an der Gesellschaft offen stehen. Die Beiräte werden durch die Geschäftsführung mit Zustimmung durch den Aufsichtsrat eingerichtet. Die Arbeit der Bundesingenieurkammer wird durch den AK Digitalisierung unterstützt.

Die planen-bauen 4.0 hat unter Einbindung der Gesellschafter und unabhängiger Experten einen Stufenplan für die Einführung von BIM in Deutschland im Auftrag des BMVI erarbeitet. Diesen Stufenplan hat Bundesminister Dobrindt am 15. Dezember 2015 auf dem ersten deutschen BIM-Gipfel der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Januar 2017 fand im Rahmen des 2. BIM-Gipfels eine erste Evaluierung der Umsetzungsmaßnahmen statt (Bericht).

Politik

Neben dem BMVI engagieren sich auch das Bundeswirtschafts- und vor allem das Bundesbauministerium für das Thema BIM. Unter dem Aspekt „Digitalisierung des Mittelstandes“ hat das BMWi mehrere Fördervorhaben vorgestellt bzw. durchgeführt, die mittel- und langfristig die im Planungswesen vorrangig vertretenen kleinen und mittelständischen Büros in die Lage versetzen sollen, BIM und weitere digitale Instrumente gewinnbringend einsetzen zu können. Auch das Bundesbauministerium hat mehrere Pilotvorhaben vorgestellt, deren Begleitung und Umsetzung wertvolle Erkenntnisse für die schonende Implementierung der BIM-Methode in die deutsche Bau- und Planungslandschaft bringen werden. Darüber hinaus wurde ein „Branchendialog Digitaler Hochbau“ im Nachgang zur Konferenz „Digitalisierung im Hochbau“ unter der Leitung von Baustaatssekretär Adler eingerichtet. Die BIngK ist in diesem durch ihren Präsidenten Kammeyer und Hauptgeschäftsführer Falenski vertreten.

BIM Fort- und Weiterbildung

Um den anstehenden Herausforderungen der Digitalisierung adäquat begegnen zu können, haben sich die Ingenieurkammern der Länder für die Fort- und Weiterbildung der Berufsträger auf die Einführung des „BIM Standards Deutsche Ingenieurkammern“ verständigt. Auf Basis der Richtlinie VDI/bS 2552 Bl. 8.1 soll ein gemeinsames Curriculum erarbeitet werden, anhand dessen die Fort- und Weiterbildungsakademien der Länderingenieurkammern die Berufsträger qualitativ hochwertig und damit zukunftssicher fortbilden können.


weitere Informationen:

Ansprechpartner für Rückfragen: Martin Falenski