Nach der Reform ist vor der Reform: Bundesrat beschließt Novelle der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure und fordert gleichzeitig weitere Novellierungsstufe

Nach der Reform ist vor der Reform: Bundesrat beschließt Novelle der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure und fordert gleichzeitig weitere Novellierungsstufe

Am 12. Juni 2009 hat der Bundesratder von der Bundesregierung vorgelegten Neufassung der Verordnung über Honorarefür Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) zugestimmt. Bundesarchitektenkammer (BAK), Bundesingenieurkammer (BIngK) und der Ausschussder Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V.  (AHO) begrüßen die Beschlussfassung und fordern die schnellstmögliche Umsetzung der begleitenden Entschließung des Bundesrates.

Mit der Novellierungder HOAI sind sowohl die Vorgaben der europäischen Dienstleistungsrichtlinie alsauch dringende Anforderungen an ein modernes Honorierungssystem umgesetzt worden.

Professor ArnoSighart Schmid, Präsident der Bundesarchitektenkammer: „Der Gesetzgeber hatendlich eine vereinfachte und transparentere Honorarordnung vorgelegt. Neue Anreize zum kostensparenden Bauen wie das Bonus-Malus-System unterstreichen das Bekenntnis des Gesetzgebers zum Qualitäts- und Leistungswettbewerb. Unter anderem steht immer noch die Aktualisierung der Leistungsbilder, insbesondere im Bereich des Bauens im Bestand, aus.“

Dr. Jens Karstedt, Präsident der Bundesingenieurkammer, und Ernst Ebert, Vorsitzender des Ausschusses der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e. V. (AHO), unterstreichen, dass die 6. HOAI-Novelle lediglich einen notwendigen Zwischenschritt zur Herstellung der europarechtlichen Vorgaben darstellt und fordern die schnellstmögliche Umsetzung der Forderungen des Bundesrates für die bereits angekündigte weitere Novellierungsstufe innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der HOAI 2009. Im Fokus des Berufsstandes steht unter anderem dieWiederaufnahme der Leistungen zur Umweltverträglichkeitsstudie, thermischen Bauphysik, Schallschutz und Raumakustik, Leistungen für Bodenmechanik, Erd- und Grundbau sowie vermessungstechnischen Leistungen in das verbindliche Preisrecht der HOAI.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass diese Planungsleistungen, die unverzichtbarer Teil eines interdisziplinären Planungsprozesses sind, zu Ingenieurleistungen „zweiter Klasse“ degradiert werden, moniert Ernst Ebert die Situation und begrüßt, dass der Bundesrat in dieser zentralen Frage eindeutig Stellung zugunsten der Planer bezogen hat. Dr. Karstedt weist darauf hin, dass es sich bei der Anhebung aller Honorarsätze um 10 Prozent lediglich um einen vorläufigen Zuschlag handelt, der nicht mit einer Honorarerhöhung in gleichem Umfang einhergeht, da die Novelle an vielen Stellen auch zu Honorarminderungen führen wird. „Die angekündigte gutachterliche Untersuchung zur Auskömmlichkeit der Honorarsätze ist daher überfällig und muss kurzfristig in Angriff genommen werden“, so Dr.Karstedt.

Der Berufsstand der Architekten und Ingenieure unterstreicht die Bereitschaft, die weiteren Reformschritte aktiv und konstruktiv zu begleiten.

(Diese Pressemitteilung ist im Anhang als PDF-Dokument abrufbar.)

Bundesarchitektenkammer e.V.
Ute Kluge
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Askanischer Platz 4
10963 Berlin
Telefon: 030 – 26 39 4441
E-Mail: presse@bak.de

Bundesingenieurkammere.V.
Dipl.-Ing. JostHähnel
Referent Presse- undÖffentlichkeitsarbeit
Charlottenstr. 4
10969 Berlin
Telefon: 030 – 25 34 2905
E-Mail: haehnel@bingk.de

AHO Ausschuss der Verbände und Kammern
der Ingenieure und Architekten
für die Honorarordnung e.V.
Ronny Herholz
Geschäftsführer
Uhlandstr. 14
10623 Berlin
Telefon: 030 – 31 01 91713
E-Mail: herholz@aho.de

 

 
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PDF-Dokument der gemeinsamen Pressemitteilung vom 16.06.2009 – Nach der Reform ist vor der Reform: Bundesrat beschließt Novelle der HOAI und fordert gleichzeitig weitere Novellierungsstufe
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