Das Motto des Schülerwettbewerbs Junior.ING 2025/26 der Ingenieurkammern lautete: „Arena – gut überDACHt“. Aufgabe war es, eine Überdachung für eine Freiluftarena zu entwerfen und zu bauen. Die Dachkonstruktion muss eine Last von mindestens 250 g tragen und einer Windbelastung standhalten, die mit einem Fön simuliert wird. Bei der Gestaltung waren keine Grenzen gesetzt.
Junior.ING 2025/26 in Zahlen: 5.411 Schülerinnen und Schüler aus 489 Schulen reichten insgesamt 1.975 Modelle ein. Diese haben deutschlandweit mehr als 44.000 Stunden geplant, entworfen und gebaut.
Am 19. Juni 2026 wurden nun im Deutschen Technikmuseum Berlin die Preisträgerinnen und Preisträger des Bundesentscheid bekanntgegeben.
Preisträgerinnen und Preisträger Alterskategorie I

1. Platz in der Alterskategorie I (bis Klasse 8)
Luise Kaufmann, Nele Jolina Schmidt und Paula Spranger, Matthes-Enderlein-Gymnasium, Zwönitz (Sachsen)
„Fairy Theater“
Das Modell „Fairy Theater“ überzeugt durch eine ebenso einfache wie intelligente Tragwerksidee. Die Konstruktion basiert auf einem sparsamen Stabtragwerk, dessen Stützen ohne zusätzliche Einspannung auskommen. Durch ihre nach oben aufgeweitete Anordnung bilden sie gemeinsam mit der ausgesteiften Dachscheibe ein räumliches Rahmentragwerk, das Stabilität und Leichtigkeit miteinander verbindet.
Besonders beeindruckt hat die Jury die effiziente Nutzung des Materials bei gleichzeitig hoher Stabilität. Das Tragwerk wirkt funktional und elegant zugleich. Aufgrund seiner durchdachten Konstruktion wäre das Konzept nicht nur als Veranstaltungsbühne, sondern auch als mobile Überdachung für unterschiedliche Nutzungen denkbar.

2. Platz in der Alterskategorie I (bis Klasse 8)
Fritz Mayer, Maria Schneider und Luca Belandt, GMS Ochsenhausen-Reinstetten (Baden-Württemberg)
„Arena Incomparabilis“
Die „Arena Incomparabilis“ beeindruckt durch ihre starke architektonische Wirkung und ihre ausgewogenen Proportionen. Das Modell basiert auf einem räumlichen Schalentragwerk, das die Bühne großzügig überspannt und gleichzeitig als Träger für die Lichtkonstruktion dient. Die geschwungene Form verleiht dem Bauwerk eine besondere Präsenz.
Neben der gestalterischen Qualität überzeugte die Jury vor allem die funktionale Durcharbeitung des Entwurfs. Der umgebende Baukörper unterstützt die Akustik des Veranstaltungsraums und schafft eine geschützte Atmosphäre für Publikum und Aufführungen. Die Verbindung von Konstruktion, Nutzung und Gestaltung macht das Modell zu einer bemerkenswerten Lösung.

3. Platz in der Alterskategorie I (bis Klasse 8)
Elina Grabner und Emma Brühl, Grund- und Mittelschule Fürstenzell – Schulstandort Jägerwirth (Bayern)
„Jägerwirth Arena“
Die „Jägerwirth Arena“ greift die Grundidee eines liegenden Speichenrades auf und setzt diese in eine eigenständige Tragwerkslösung um. Die Konstruktion wird von zwei umlaufenden polygonalen Druckstabzügen getragen, die gemeinsam die Funktion einer Felge übernehmen. Die Dachhaut wird durch die untere Lage der Speichen gestützt und erhält dadurch eine gleichmäßige Neigung zu den Außenkanten.
Die Jury würdigte insbesondere die konsequente Umsetzung des gewählten Konstruktionsprinzips. Die tragenden Elemente sind klar erkennbar und sinnvoll angeordnet. Darüber hinaus überzeugt das Modell durch den bewussten Einsatz recycelter Baumaterialien, die nachhaltig in die Konstruktion integriert wurden.
Preisträgerinnen und Preisträger Alterskategorie II

1. Platz in der Alterskategorie II (ab Klasse 9)
Paul Constantiniu, Gymnasium Donauwörth (Bayern)
„Arena Z“
Das Modell „Arena Z“ überzeugt durch ein äußerst effizientes Faltwerk, das die Steigung der Tribüne konsequent in die gesamte Formgebung des Bauwerks integriert. Die Konstruktion verbindet hohe Tragfähigkeit mit einer klaren und harmonischen Gestaltung. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel der Stabrichtungen in den Außenwänden und der Dachkonstruktion, wodurch ein stimmiges Gesamtbild entsteht.
Die Jury würdigte die Verbindung von konstruktiver Logik und architektonischer Wirkung. Das dem Blattwerk nachempfundene Fächerwerk verleiht der Arena eine einladende und offene Ausstrahlung. Die Tragstruktur ist klar ablesbar und zugleich gestalterisch überzeugend umgesetzt.

2. Platz in der Alterskategorie II (ab Klasse 9)
Karlotta Düsterhöft und Finn Schwarz, Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Berlin
„SCHALENWERK“
Das Modell „SCHALENWERK“ beeindruckt durch seine außergewöhnliche Verbindung von Funktionalität, Konstruktion und Gestaltung. Das dreischalige Tragwerk schützt die Zuschauerinnen und Zuschauer wirksam vor Witterungseinflüssen und reduziert gleichzeitig direkte Sonneneinstrahlung sowie Blendungen. Die offenen Schalen lassen dennoch viel Licht in den Innenraum und ergänzen das Konzept auf intelligente Weise.
Aus ingenieurtechnischer Sicht überzeugt insbesondere die raffinierte Ausbildung des Dreischalentragwerks. Die Verwendung von Holz schafft eine warme Ausstrahlung und unterstreicht den eigenständigen Charakter des Entwurfs.

3. Platz in der Alterskategorie II (ab Klasse 9)
Joschua Scholz und Jakob Scholz, Otto-Hahn-Gymnasium, Gifhorn (Niedersachsen)
„Die Scholzens“
Das Modell „Die Scholzens“ basiert auf einer vorgespannten Leichtbaukonstruktion, die von wenigen Stützen getragen und durch Abspannungen nach vorne und hinten stabilisiert wird. Die weit gespannte Dachfläche erinnert an bewährte Konstruktionen aus dem Alltag, etwa bei Cabrioverdecken, Strandmuscheln oder Kinderwagen, und überträgt deren Prinzip überzeugend auf eine Veranstaltungsbühne.
Die Jury würdigte insbesondere die gelungene Umsetzung eines anspruchsvollen Leichtbaukonzepts. Die Konstruktion wirkt filigran und leicht, erreicht ihre Stabilität jedoch durch das präzise Zusammenspiel von Zug- und Druckkräften. Damit greift das Modell zentrale Ideen moderner Ingenieurbaukunst auf und setzt sie anschaulich um.
Sonderpreis Deutsche Bahn

Sonderpreis Deutsche Bahn Altersklasse I
Frieda Heinrich, Staatliches Gymnasium “Albert Schweitzer“, Erfurt
„Lichtfang Arena“
Das Dach erinnert an die beeindruckende Architektur des Berliner Hauptbahnhofs – lichtdurchflutet und offen gestaltet.
Besonders hervorzuheben ist das vollständige, ausfahrbare Dach, das sich flexibel an den Sonnenstand anpasst und die Nutzung erweitert. Dass dieses Dach auf Schienen läuft, schafft einen wunderbaren Bezug zur Deutschen Bahn.
Zugleich beeindruckt die Kombination aus traditioneller Zimmermannskonstruktion und intelligentem Tragwerk.
Die integrierte Photovoltaikanlage unterstreicht zudem das Thema Nachhaltigkeit, ein zentrales Anliegen auch für uns als DB.

Sonderpreis Deutsche Bahn Altersklasse II
Janek Hentsch, Jonasz Koper und Sebastian Heimpold, Werner-Heisenberg-Gymnasium, Leipzig
„Einfache Hyparschale“
Es könnte sehr gut als Teil eines Bahnhofs fungieren, beispielsweise als markantes Entree.
Bahnhöfe sind die Visitenkarte einer Stadt. Interessant ist dabei, dass 80 % der Menschen Bahnhöfe direkt mit der Deutschen Bahn in Verbindung bringen. Und dieses Modell überzeugt durch ein prägnantes, modernes Design und hat das „Zeug“ stadtbildprägend zu sein – eben die Visitenkarte einer Stadt!
Die bestplatzierten Modelle jeder Alterskategorie sind im Science Center Spectrum des Deutschen Technikmuseums Berlin zu sehen.
Die beiden ersten Plätze waren mit jeweils 500 Euro und der Sonderpreis der Deutschen Bahn war mit jeweils 300 Euro dotiert. Der Sonderpreis des Verbands der deutschen Vergnügungsanlagenhersteller umfasst die Einladung in einen Freizeitpark nach Wahl. Die Plätze 2 bis 4 konnten sich über 400 Euro, 300 Euro und 100 Euro freuen.
Über den Wettbewerb
Zugelassen zum Schülerwettbewerb Junior.ING sind Einzel- und Gruppenarbeiten von Schülerinnen und Schülern allgemein- und berufsbildender Schulen. Ausgeschrieben ist der Wettbewerb in zwei Alterskategorien: Kategorie I bis Klasse 8 sowie Kategorie II ab Klasse 9. In einem ersten Schritt loben die teilnehmenden Ingenieurkammern den Wettbewerb für ihr Bundesland aus. Die Siegerinnen und Sieger der Landeswettbewerbe nehmen dann am Bundesentscheid teil.

Die Jury
Maike Grüneberg, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Technische Universität Darmstadt
Prof. Dr.-Ing. Helmut Schmeitzner, Juryvorsitzender und Vorstandsmitglied, Bundesingenieurkammer
Daniela Michael, Leiterin Globale Personalgewinnung Deutsche Bahn
Grundsätze Recruiting, Standards und Prozesse
Andreas Berrang, Referat B II 4, Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
Kirsten Klaczynski, Assistentin des Vorstands, Bundesstiftung Baukultur
Fotos: BIngK























