Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern begeistert junge Talente

Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern begeistert junge Talente

Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern begeistert junge Talente 2560 1440 Bundesingenieurkammer

Die besten Nachwuchstalente des Schülerwettbewerbs Junior.ING der Bundesingenieurkammer wurden am 19. Juni 2026 im Deutschen Technikmuseum Berlin ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus Sachsen und Bayern sicherten sich die ersten Plätze des diesjährigen Bundesfinale. Sie überzeugten die fünfköpfige Jury mit ihren Modellen durch technisch anspruchsvolle und innovative Lösungen.

Insgesamt 32 Gewinnerteams reisten nach Berlin, nachdem sie sich zuvor in den Landeswettbewerben der Ingenieurkammern in zwei Alterskategorien durchgesetzt hatten. Bundesweit nahmen rund 5.500 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teil.

Passend im Jahr der Fußballweltmeisterschaft lautete das Motto „Arena – gut überDACHt“. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten innovative Tragwerkslösungen für Stadiondächer. Aufgabe war es, eine Überdachung für eine Arena zu entwerfen und mit einfachen Materialien zu bauen. Die Konstruktion musste eine Last von mindestens 250 Gramm tragen und einem simulierten Windsturm standhalten. Die bestplatzierten Modelle jeder Alterskategorie sind im Science Center Spectrum des Deutschen Technikmuseums Berlin zu sehen.

1. Platz Alterskategorie I

Luise Kaufmann, Nele Jolina Schmidt und Paula Spranger 

Klasse 8, Matthes-Enderlein-Gymnasium, Zwönitz, Sachsen

Modell „Fairy Theater“
Das Modell „Fairy Theater“ überzeugt durch eine ebenso einfache wie intelligente Tragwerksidee. Die Konstruktion basiert auf einem sparsamen Stabtragwerk, dessen Stützen ohne zusätzliche Einspannung auskommen. Durch ihre nach oben aufgeweitete Anordnung bilden sie gemeinsam mit der ausgesteiften Dachscheibe ein räumliches Rahmentragwerk, das Stabilität und Leichtigkeit miteinander verbindet.

Besonders beeindruckt hat die Jury die effiziente Nutzung des Materials bei gleichzeitig hoher Stabilität. Das Tragwerk wirkt funktional und elegant zugleich. Aufgrund seiner durchdachten Konstruktion wäre das Konzept nicht nur als Veranstaltungsbühne, sondern auch als mobile Überdachung für unterschiedliche Nutzungen denkbar.

1. Platz Alterskategorie II

Paul Constantiniu

Klasse 9, Gymnasium Donauwörth, Donauwörth, Bayern

Modell „Arena Z“
Das Modell „Arena Z“ überzeugt durch ein äußerst effizientes Faltwerk, das die Steigung der Tribüne konsequent in die gesamte Formgebung des Bauwerks integriert. Die Konstruktion verbindet hohe Tragfähigkeit mit einer klaren und harmonischen Gestaltung. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel der Stabrichtungen in den Außenwänden und der Dachkonstruktion, wodurch ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

Die Jury würdigte die Verbindung von konstruktiver Logik und architektonischer Wirkung. Das dem Blattwerk nachempfundene Fächerwerk verleiht der Arena eine einladende und offene Ausstrahlung. Die Tragstruktur ist klar ablesbar und zugleich gestalterisch überzeugend umgesetzt.

MINT-Lücke im Fokus
Der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung des MINT-Nachwuchses. Er vermittelt Kompetenzen aus Mathematik, Naturwissenschaften und Technik und macht ingenieurwissenschaftliche Berufe praxisnah erlebbar.

„Wettbewerbe wie Junior.ING eröffnen frühzeitig einen praxisnahen Zugang zu technischen Fragestellungen und zeigen, wie spannend und gesellschaftlich relevant ingenieurtechnische Berufe sind. Sie machen Mut, diesen Weg weiterzugehen und deshalb haben wir im Bundesministerium die Schirmherrschaft für diesen Wettbewerb sehr gerne übernommen.“

Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels im Bauingenieurwesen gewinnt die Nachwuchsförderung weiter an Bedeutung – sowohl für die Wirtschaft als auch die öffentliche Verwaltung. So vergibt die Deutsche Bahn als langjährige Partnerin des Junior.ING Sonderpreise für besonders innovative Modelle.

„Als Deutsche Bahn tragen wir eine besondere Verantwortung für die Infrastruktur unseres Landes. Angesichts des enormen Modernisierungsbedarfs und der wachsenden Mobilitätsansprüche braucht es kluge Köpfe und neue Perspektiven mehr denn je. Die Jugendlichen von heute sind die Ingenieur:innen, die morgen unsere Infrastruktur neu denken und mit Leben füllen.“

Daniela Michael, Leiterin Grundsätze und Prozesse Recruiting Deutschen Bahn AG

Sonderpreis Deutsche Bahn Alterskategorie I 

Frieda Heinrich

Klasse 8, Staatliches Gymnasium „Albert Schweitzer“, Erfurt, Thüringen

Modell „Lichtfang-Arena“
Das Dach erinnert an die beeindruckende Architektur des Berliner Hauptbahnhofs – lichtdurchflutet und offen gestaltet.
Besonders hervorzuheben ist das vollständige, ausfahrbare Dach, das sich flexibel an den Sonnenstand anpasst und die Nutzung erweitert.
Dass dieses Dach auf Schienen läuft, schafft einen wunderbaren Bezug zur Deutschen Bahn.

Zugleich beeindruckt die Kombination aus traditioneller Zimmermannskonstruktion und intelligentem Tragwerk.
Die integrierte Photovoltaikanlage unterstreicht zudem das Thema Nachhaltigkeit, ein zentrales Anliegen auch für uns als DB.

Sonderpreis Deutsche Bahn Alterskategorie II 

Janek Hentsch, Jonasz Koper und Sebastian Heimpold

Klasse 10, Werner-Heisenberg-Gymnasium, Leipzig, Sachsen

Modell „Einfache Hyparschale“
Es könnte sehr gut als Teil eines Bahnhofs fungieren, beispielsweise als markantes Entree.

Bahnhöfe sind die Visitenkarte einer Stadt. Interessant ist dabei, dass 80 % der Menschen Bahnhöfe direkt mit der Deutschen Bahn in Verbindung bringen. Und dieses Modell überzeugt durch ein prägnantes, modernes Design und hat das „Zeug“ stadtbildprägend zu sein – eben die Visitenkarte einer Stadt!

Junior.ING begeistert junge Talente
5.411 Schülerinnen und Schüler aus 489 Schulen reichten insgesamt 1.975 Modelle ein. Diese haben deutschlandweit mehr als 44.000 Stunden geplant, entworfen und gebaut.

„Ob als Bühne für einen Theaterabend, als Freiluftkino oder als Spielstätte für ein Rock-Konzert: Jede Stadt, die eine Freilichtbühne für solche Veranstaltungen hat, kann sich glücklich schätzen. Aber es gilt: keine Bühne ohne Tribüne! Die Teilnehmer am diesjährigen Junior.ING-Wettbewerb hatten die Aufgabe, für eine halbkreisförmige Zuschauertribüne eine Dachkonstruktion zu entwerfen, die den Besuchern Schutz vor Sonne, Wind und Regen bietet, alle Dachlasten sicher abtragen kann und eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Die rege Teilnahme beweist, dass unser Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder für jede Menge Inspiration gesorgt hat. Der Jury fiel die Auswahl der allerbesten unter den besten 32 Modellen sichtlich schwer.“

Prof. Dr.-Ing. Helmut Schmeitzner, Juryvorsitzender Junior.ING und Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer

 

Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin
Die bestplatzierten Modelle jeder Alterskategorie sind im Science Center Spectrum des Deutschen Technikmuseums Berlin zu sehen. Die beiden ersten Plätze waren mit jeweils 500 Euro dotiert und die nachfolgenden Plätze 2 bis 4 konnten sich über 400, 300 beziehungsweise 100 Euro freuen. Der Sonderpreis der Deutschen Bahn war mit 300 Euro dotiert.

Über den Wettbewerb
Zum Schülerwettbewerb Junior.ING zugelassen sind Einzel- und Gruppenarbeiten von Schülerinnen und Schülern allgemein- und berufsbildender Schulen. Ausgeschrieben ist der Wettbewerb in zwei Alterskategorien: Kategorie I bis Klasse 8 sowie Kategorie II ab Klasse 9. In einem ersten Schritt loben die 16 Ingenieurkammern den Wettbewerb für ihr Bundesland aus. Die Siegerinnen und Sieger des Landeswettbewerbs nehmen dann am Bundesentscheid teil.

Der Schülerwettbewerb soll Schülerinnen und Schüler auf spielerische Art und Weise für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Die Wettbewerbsthemen wechseln jährlich und zeigen so die Vielseitigkeit des Bauingenieurberufs. Auf diesem Weg werben die Kammern für das Ingenieurwesen, um damit langfristig dem Fachkräftemangel in den technischen Berufen entgegenzuwirken.

Fotos: © BIngK

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