Beratende Ingenieure – Intelligente Technische Dienstleister

Bei Dienstleistungen spielt generell der menschliche Faktor die entscheidende Rolle: Persönliche Qualifikation und Motivation bestimmen die Leistung und geben daher den Ausschlag für Erfolg oder Misserfolg – und nicht etwa einzig die Qualität des Produktes. Daher ist es für Beratende Ingenieure als Technische Dienstleister geradezu lebenswichtig, den Gedanken einer ausgeprägten Dienstleistungsmentalität im Binnen- wie auch im Außenverhältnis zu kultivieren und fortzuentwickeln.

Investoren können die Qualität einer Dienstleistung in der Regel nicht vor der Leistungserbringung prüfen. Daraus ergibt sich eine natürliche Skepsis, der Beratende Ingenieure durch ein persönlichkeitsorientiertes Marketing begegnen können, das ihre Kompetenz und ihr Image hervorhebt. Schließlich sollen Investoren dauerhaft Vertrauen in das Ingenieurbüro und seine Dienstleistung gewinnen können.

Die persönliche Empfehlung zufriedener Investoren hat besonders großen Einfluss auf die Nachfrage. Eine Erfahrungsregel besagt, dass ein zufriedener Investor mit drei anderen tatsächlichen oder potentiellen Auftraggebern über gute Leistungen spricht, ein unzufriedener Auftraggeber seine Verärgerung aber elfmal mitteilt.

Investoren achten darüber hinaus auf “weiche Faktoren” wie das Umfeld und Klima, in dem die technische Dienstleistung erbracht wird, sowie auf die Zuverlässigkeit und Reaktionsfähigkeit des Auftragnehmers. Jede verpasste Geschäftsgelegenheit bedeutet unmittelbaren Umsatzverlust. Denn Dienstleistungen lassen sich weder lagern, noch sind sie beliebig transportierbar.

Betrachtet man die aktuelle Situation in der Bundesrepublik Deutschland, besteht eine unübersehbare Diskrepanz zwischen der Nachfrage nach innovativen Dienstleistungen und den vielfach vorhandenen Defiziten in der Dienstleistungsorientierung. Als Ursache solcher Defizite gelten gemeinhin eine nicht ausreichend entwickelte Dienstleistungsmentalität in den Unternehmen und der Gesellschaft.

Dabei ist zu beachten, dass deutsche und internationale Märkte stetig steigendende Bedürfnisse entwickeln. Gefordert werden:

  • innovative Dienstleistungsprodukte (Innovationskultur)
  • flexible und unbürokratische Erfüllung von Investorwünschen (Interaktionskultur)
  • ganzheitliche Problemlösungen (Kooperationskultur)
  • Durch die Anwendung von Methoden zur Förderung der Innovationskultur wird ein Rahmen geschaffen, der die Kreativität sowohl fordert als auch fördert. Darüber gilt es für Beratende Ingenieure Mittel und Wege aufzuzeigen, wie die Kreativität ihrer Mitarbeitern sowohl für die Verbesserung vorhandener Dienstleistungen als auch für die Entwicklung neuer Leistungen instrumentalisiert werden kann.
  • Durch die Entwicklung von Methoden zur Förderung der Interaktionskultur kann eine konsequente Ausrichtung am Investor erreicht werden. Hierzu gehören eine geeignete Gestaltung der internen Prozesse im Verhältnis zum Auftraggeber und die Schaffung investororientierter Infrastrukturen, insbesondere unter Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien sowie eine bewusste Gestaltung der Interaktionen.
  • Durch die Entwicklung von Methoden zur Förderung der Kooperationskultur zwischen Beratenden Ingenieuren kann der Aufbau und die Zusammenarbeit von Dienstleistungsverbünden gefördert werden, um ein wirtschaftliches Angebot anspruchsvoller und dadurch komplexer Dienstleistungen (System- und Mehrwertdienste) zu ermöglichen.

Die kundenorientierte und effiziente Gestaltung innovativer und persönlichkeitsentfaltend wirkender Organisationsstrukturen unterstützt die Entwicklung einer Kultur der Dienstleistung. In der Verwirklichung dieser Leitsätze leisten Beratende Ingenieure einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des internationalen Dienstleistungsstandorts Deutschland.

 

 

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