Bund

Die Bundesingenieurkammer arbeitet auf nationaler Ebene an Gesetzesvorhaben und in Gremien sowie bei Initiativen der Bundesregierung mit. Dabei tritt sie für einheitliche Berufsbilder und Regelungen zur Berufsausübung für Ingenieurinnen und Ingenieure ein.
Weitere Themen sind:

  • die Förderung der Digitalisierung des Planens und Bauens in der Wertschöpfungskette Bau
  • energie- und klimapolitischen Fragestellungen
  • eine stärkere Harmonisierung des Bauordnungsrechts im Einklang mit den Ländern
  • die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Bauprojekte in den Bereichen Verkehr und Hochbau
  • Senkung der Baukosten für mehr bezahlbaren Wohnraum
  • die Ausgestaltung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)


Aktivitäten und Schwerpunktsetzung der BIngK


Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)

Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen
Bund, Länder, Kommunen und Verbände haben sich im Sommer 2014 auf Initiative des damaligen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen zusammengeschlossen. Auch die Bundesingenieurkammer ist hieran beteiligt. Das Bündnis versteht sich als Prozess und arbeitet in vier Handlungsfeldern: Stärkung der Investitionen in den Wohnungsbau, Senkung der Baukosten, altersgerechter Umbau im Quartier, soziales und klimafreundliches Wohnen und Bauen. In Spitzengesprächen beraten alle Bündnispartner auf oberster Leitungsebene über Ziele, Fortschritte und Ergebnisse der Bündnisaktivitäten.

Baukostensenkungskommission
Die Baukostensenkungskommission setzt ihre Arbeit auch in der 20. Legislaturperiode fort. Ziel der Kommission ist es laut Koalitionsvertrag preistreibende und überdimensionierte Standards und Kosten von Materialien und Verfahren zu überprüfen. Ein besonderer Fokus liegt auf neue Normen und deren Folgeabschätzung für die Kosten des Bauens und Wohnens.

Die Baukostensenkungskommission wurde im Rahmen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen einberufen. Neben der Bundesingenieurkammer nehmen daran auch Vertreter der Bau-, der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Wissenschaft, des DIN sowie Vertreter von Kommunen, der Länder und der ARGEBAU teil.

Arbeitsgruppe „Aktive Liegenschaftspolitik“
Die Bundesingenieurkammer ist im Rahmen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen auch in der Arbeitsgruppe „Aktive Liegenschaftspolitik“ vertreten. Die Arbeitsgruppe wurde vom damaligen Bundesministerium für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zur Ergänzung der Baukostensenkungskommission eingerichtet.

Sie befasst sich mit dem Sonderthema der Baugrundkosten und erarbeitet Handlungsempfehlungen zu der Frage, wie Bauland zeitnah verfügbar gemacht werden kann. In diesem Zusammenhang wird untersucht, welche Auswirkungen Baulandpreise auf den Wohnungsbau haben und durch welche Maßnahmen und Instrumente Bund, Länder und Kommunen das Angebot an Bauland zu vertretbaren Preisen ausweiten können, wie Baulandpreise gedämpft und vorhandenes Bauland gezielt für den Neubau von Wohnraum eingesetzt werden kann.


Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)

Digitalisierung des Planens und Bauens
Die durchgängige Digitalisierung aller planungs- und realisierungsrelevanten Bauwerksinformationen als virtuelles Bauwerksmodell („Building Information Modeling“, kurz „BIM“) wird allgemein als eine Erfolg versprechende Möglichkeit gesehen, um Termin- und Kostenüberschreitungen bei Bauprojekten zu vermeiden und die Partizipation zu stärken. Für die Einführung der neuen Planungsmethode haben an der Wertschöpfungskette Bau beteiligte Verbände und Organisationen die Gesellschaft „planen-bauen 4.0“ gegründet. Deren Aufgabe ist es u.a., Fördervorhaben und Best-Practice-Beispiele aus dem Umfeld von BIM öffentlichkeitswirksam zu begleiten und so der Digitalisierung des Bauwesens in Deutschland Vorschub zu leisten.

Der Arbeitskreis Digitalisierung der Bundesingenieurkammer berät hierzu ebenfalls und bringt seine Empfehlungen ein.

Parallel dazu hat die Bundesingenieurkammer auch einen Vertreter in den neuen Normungsausschuss „Building Information Modeling“ entsendet. Damit soll die inhaltliche Ausgestaltung der künftigen Normungsanforderungen aus Planersicht begleitet werden.

Reformkommission Bau von Großprojekten
Die „Reformkommission Bau von Großprojekten“ wurde seinerzeit vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ins Leben gerufen. Ziel war es, konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um Kostenwahrheit, Kostentransparenz und Termintreue bei Großprojekten zu verbessern und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die öffentliche Hand als Bauherr zu stärken. Themenschwerpunkte waren u. a. „Recht“, „Vergabe“, „Partnerschaftliche Zusammenarbeit“, „Projektorganisation“, „ÖPP“, „Projektsteuerung“ und „Stadtentwicklung. Die Bundesingenieurkammer war in diesem Gremium ebenfalls vertreten.


Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK )

Energiewende Plattform Gebäude
Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Zur Umsetzung dieser klimapolitischen Ziele wurde im Bundeswirtschaftsministerium die Energiewende Plattform Gebäude gegründet, an der auch die Bundesingenieurkammer beteiligt ist. Gemeinsam mit den Akteuren aus Immobilienwirtschaft, Gewerbe, Industrie sowie der Verbraucherseite und der öffentlichen Hand sollen Maßnahmen für die vielfältigen Potentiale im Gebäudesektor hinsichtlich der Energiewende eruiert und umgesetzt werden. Ziel ist die Erarbeitung einer umfassenden Effizienz-Strategie Gebäude. Auf Grundlage dieser soll eine Strategie für den gesamten Sektor entwickelt werden, die den Strom-, Wärme- und Effizienzbereich integriert und alle dafür erforderlichen Maßnahmen umfasst.

Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE)

Der NAPE wurde erstmalig für die 18. Legislaturperiode eingeführt und beschreibt die Energieeffizienzstrategie der Bundesregierung. Neben einer Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und einer Verstetigung und Weiterentwicklung der KfW-Förderprogramme wurden auch Anforderungen an die Energieberatung geprüft und formuliert. So trat z.B. im Dezember 2017 die neue Richtlinie über die Förderung von Energieberatungen für Wohngebäude in Kraft. Alle bisherigen Ergebnisse hat das BMWi in seinem Bericht „Grünbuch Energieeffizienz“ zusammengefasst.

Der Arbeitskreis Energieeffizienz der Bundesingenieurkammer berät hierzu ebenfalls und bringt seine Empfehlungen ein.


Bundesministerium der Justiz (BMJ)

Beirat JVEG
Das BMJV beabsichtigt, die Vergütungssätze des Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetzes (JVEG) hinsichtlich der aktuellen Marktentwicklung zu überprüfen und anzupassen. Hierzu wurde eine neue Marktanalyse beauftragt, bei der die aktuellen Vergütungssätze für Sachverständige in der Privatwirtschaft analysiert werden sollen, um entsprechende Anpassungen auch im JVEG vorzunehmen.

Die Bundesingenieurkammer war bereits im Vorfeld der vergangenen Reformen des JVEG in einem Beirat des BMJV vertreten. Auch aktuell hat sie die, aus Sicht der Sachverständigen im Ingenieurbereich für notwendig erachteten Änderungsvorschläge, eingebracht.

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