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Anhaltend angespannte Lage bei den Ingenieur- und Architekturbüros

Anhaltend angespannte Lage bei den Ingenieur- und Architekturbüros 150 150 Bundesingenieurkammer

Berlin, 21. August 2026 Die Ergebnisse der diesjährigen bundesweiten Konjunkturbefragung unter Ingenieur- und Architekturbüros zeichnen weiterhin ein angespanntes Bild der Konjunktur. Bislang zeigen weder die Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren noch neue Finanzierungsmittel wie das Sondervermögen Infrastruktur erkennbare Wirkungen auf die wirtschaftliche Lage der Büros. Im Auftrag von Verband Beratender Ingenieure, Bundesingenieurkammer, Bundesarchitektenkammer und AHO haben die Marktforscher von IW Consult sowie Reiß & Hommerich bundesweit die konjunkturelle Lage der Branche vermessen.

Die Lage ist volatiler geworden: Bei 37 Prozent der Ingenieurbüros ist die Auftragslage im zweiten Halbjahr 2025 sogar zurückgegangen, während sie bei 30 Prozent gestiegen ist, im Vorjahr sank sie bei 35 Prozent der Büros und stieg bei 27 Prozent. 26 Prozent der Ingenieurbüros fürchten 2026 einen weiteren Rückgang der Aufträge, unter den Architekturbüros sind es sogar 35 Prozent. So fällt auch der Auftragsbestand der Architekturbüros von durchschnittlich 11,5 auf 10,0 Monate stark, während der Auftragsbestand bei den Ingenieurbüros noch 11,3 Monate reicht und damit gegenüber dem Vorjahr mit 11,1 Monaten stabil ist. Dies hängt auch mit der stärkeren Kopplung der Architekturbüros an die privaten Auftraggeber zusammen, bei denen häufiger Kündigungen und Leistungskürzungen zu beobachten sind.

22 Prozent der Architektur- und 19 Prozent der Ingenieurbüros beschreiben ihre wirtschaftliche Lage zum Jahresbeginn 2026 als schlecht oder eher schlecht. Besonders verhalten fällt die Einschätzung bei den Innenarchitekten sowie bei den in der Tragwerksplanung und Verkehrsanlagen tätigen Ingenieurbüros aus. Zufriedener zeigen sich dagegen die Büros für Landschaftsarchitektur und die Ingenieurbüros im Bereich der Objektplanung für Ingenieurbauwerke. Insgesamt befürchten 5 Prozent, den Betrieb in den nächsten Monaten einstellen zu müssen, 14 Prozent sehen ihre Zukunft als ungewiss. Dabei zeigt sich, dass die Zukunftsaussichten gerade bei den kleinen Büros mit weniger als 10 Mitarbeitern besonders kritisch eingeschätzt werden. Angesichts der dramatischen Lage beim Wohnungsbau und dem enormen Bedarf bei der Infrastruktursanierung und Energiewende ein alarmierender Befund.

Die Ursachen der angespannten Lage liegen vor allem in den wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Bei Ingenieur- wie Architekturbüros werden regulatorische Anforderungen, gestörte Projektabläufe und der wirtschaftliche Abschwung besonders häufig als Hemmnisse genannt. Viele Architekturbüros machen aber auch die Materialkostensteigerungen für die wirtschaftlich maue Lage verantwortlich.

Dazu erklärt Bundesingenieurkammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Bökamp: „Die wirtschaftliche Lage vieler Planungsbüros ist zunehmend angespannt. Steigende Personal- und Sachkosten und hohe Anforderungen an Planung und Dokumentation setzen die Büros erheblich unter Druck. Wenn wir wollen, dass auch künftig ausreichend Planungskapazitäten und die ‚beste Idee‘ für die dringend benötigte Infrastruktur, den Wohnungsbau und die Energiewende zur Verfügung stehen, müssen Politik und öffentliche Auftraggeber jetzt handeln: Projekte müssen verlässlich finanziert, Prozesse verschlankt und Planungsleistungen angemessen vergütet werden.“

Dazu erklärt VBI-Präsident Jörg Thiele: „Bislang kommt das Sondervermögen in den Ingenieurbüros nicht an. So wird die Infrastruktur in Deutschland in den kommenden drei Jahren nicht spürbar besser. Wir fordern eine echte Zusätzlichkeit der Mittel, damit endlich mehr Schienen und Straßen saniert werden können. Dafür müssen anstelle des Verschiebebahnhofs relevante Kürzungen im Kernhaushalt erfolgen.“

Dazu erklärt der AHO-Vorstandsvorsitzende Klaus-D. Abraham: „Wir müssen unseren Nachwuchs fördern und jungen Berufseinsteigern Perspektiven mit angemessenen Verdienstmöglichkeiten bieten, um die Qualitätsstandards zu sichern. Auch die Politik muss hierfür die entsprechenden Randbedingungen setzen. Dazu zählt die Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, die schnellstmöglich abgeschlossen werden muss.“

Über die Erhebung:
Im Mai und Juni 2026 führten AHO, BAK, VBI und BIngK mit ihren jeweiligen Landeskammern die Online-Konjunkturbefragung mit Unterstützung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Consult) sowie Reiß & Hommerich durch. Insgesamt beteiligten sich 4.859 Architektur- und Ingenieurbüros an der Befragung, nach 2.452 Unternehmen im Vorjahr eine nochmals deutliche Steigerung der Teilnehmerzahl. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise zur Lage der Branche und zeigen, wo politischer Handlungsbedarf besteht: bei verlässlicheren Projektabläufen, angemessenen Honoraren und einer Reduzierung regulatorischer Belastungen. Mit Blick auf die deutsche Infrastruktur wird deutlich, dass die Leistungsfähigkeit der Planungsbüros eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung öffentlicher und privater Investitionen bleibt.

Grafik zum Download: Mitgliederbefragung 2026: Betriebswirtschaftliche Lage

Weitere Ergebnisse: Prässentation Konjunkturdaten

Schülerwettbewerb Junior.ING der Ingenieurkammern gestartet

Schülerwettbewerb Junior.ING der Ingenieurkammern gestartet 150 150 Bundesingenieurkammer

Milliardeninvestitionen für Infrastruktur und Wohnungsbau brauchen kluge Köpfe

Bundesingenieurkammer ruft Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Skywalk – Konstruktion mit Weitblick“ auf

Berlin, 11. August 2026. Deutschland investiert in den kommenden Jahren Milliarden in die Modernisierung seiner Infrastruktur, den Wohnungsbau und die Anpassung an den Klimawandel. Damit diese Vorhaben Wirklichkeit werden, braucht es nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem gut ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure. Um junge Menschen frühzeitig für das Bauingenieurwesen zu begeistern, hat die Bundesingenieurkammer gemeinsam mit den Ingenieurkammern der Länder den Schülerwettbewerb Junior.ING bereits 2005 ins Leben gerufen. Der Startschuss für den Wettbewerb des Schuljahres 2026/2027 ist gefallen.

Unter dem Motto „Skywalk – Konstruktion mit Weitblick“ sind Schülerinnen und Schüler allgemein- und berufsbildender Schulen eingeladen, eine Besucherplattform zu entwerfen und als Modell zu bauen. Der Wettbewerb findet in zwei Alterskategorien statt. Die Anmeldung ist bis zum 18. Dezember 2026 möglich.

„Über die Zukunft unseres Landes wird in erheblichem Umfang in Ingenieurbüros und auf Baustellen entschieden. Ob leistungsfähige Verkehrswege, bezahlbarer Wohnraum oder klimaresiliente Städte, all diese Aufgaben brauchen exzellente Ingenieurinnen und Ingenieure. Mit unserem Wettbewerb Junior.ING möchten wir junge Menschen für den verantwortungsvollen und zukunftssicheren Beruf des Bauingenieurs begeistern und ihnen zeigen, wie spannend es ist, Ideen in tragfähige Konstruktionen zu verwandeln“, betont Prof. Dr.-Ing. Helmut Schmeitzner, Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer.

Zukunft gestalten: mit Kreativität und technischem Verständnis
Der Wettbewerb zählt zu den größten MINT-fördernden Schülerwettbewerben Deutschlands und wurde 2021 in die Liste der von der Kultusministerkonferenz empfohlenen Schülerwettbewerbe aufgenommen. Der Bundesentscheid steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

Die diesjährige Wettbewerbsaufgabe verbindet Kreativität mit ingenieurwissenschaftlichem Denken: Die Schülerinnen und Schüler entwerfen und bauen als Modell einen Skywalk, eine frei auskragende Besucherplattform. Die Konstruktion muss nicht nur gestalterisch überzeugen, sondern auch einen Belastungstest bestehen und zeigen, wie Kräfte sicher in die Tragkonstruktion eingeleitet werden. So erleben die Teilnehmenden anschaulich, wie Statik, Konstruktion und Materialeinsatz zusammenwirken.

Nachwuchs fördern heißt Zukunft sichern
Die Herausforderungen für das Bauingenieurwesen sind größer denn je. Deutschland muss Tausende Brücken sanieren, Verkehrswege modernisieren, Wohnraum schaffen, Energie- und Wasserversorgung ausbauen sowie Städte und Gemeinden an die Folgen des Klimawandels anpassen. Bauingenieurinnen und Bauingenieure übernehmen dabei eine Schlüsselrolle. Sie entwickeln Lösungen für komplexe technische Fragestellungen und gestalten die gebaute Umwelt nachhaltig, sicher und wirtschaftlich.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die frühzeitige MINT-Förderung technischer Talente zunehmend an Bedeutung. Wettbewerbe wie Junior.ING vermitteln nicht nur naturwissenschaftliches und technisches Verständnis, sondern fördern Kreativität, Teamfähigkeit und eigenständiges Problemlösen – Kompetenzen, die in einer innovationsorientierten Gesellschaft unverzichtbar sind.

Aufruf an Schulen und Familien
Die Bundesingenieurkammer lädt insbesondere Lehrerinnen und Lehrer ein, den Wettbewerb im Unterricht, in Projektwochen oder Arbeitsgemeinschaften zu nutzen. Ebenso sind Eltern aufgerufen, ihre Kinder zur Teilnahme zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen zu begleiten.

Teilnehmen können Einzelpersonen oder Gruppen mit bis zu fünf Schülerinnen und Schülern in zwei Alterskategorien. Die besten Modelle werden zunächst auf Landesebene ausgezeichnet. Die jeweiligen Landessieger qualifizieren sich für den Bundesentscheid, dessen Preisverleihung am 11. Juni 2027 im Deutschen Technikmuseum in Berlin stattfindet.

Teilnahme
Die Anmeldung erfolgt online bis zum 18. Dezember 2026 über www.junior.ing. Dort finden sich auch die vollständigen Wettbewerbsbedingungen sowie Informationen zu den Landeswettbewerben.

Über den Wettbewerb
Zugelassen sind Einzel- und Gruppenarbeiten von Schülerinnen und Schülern allgemein- und berufsbildender Schulen. Ausgeschrieben ist der Wettbewerb in zwei Alterskategorien: Kategorie I bis Klasse 8 sowie Kategorie II ab Klasse 9. In einem ersten Schritt loben die teilnehmenden Ingenieurkammern den Wettbewerb für ihr Bundesland aus. Die Siegerinnen und Sieger des Landeswettbewerbs nehmen dann am Bundesentscheid teil.

Der Bundeswettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Die Kultusministerkonferenz führt Junior.ING in ihrer Liste der empfohlenen und als unterstützenswert eingestuften Wettbewerbe. Seit 2005 unterstützen die Ingenieurkammern mit dem Wettbewerb die MINT-Förderung in Deutschland. So sollen Schülerinnen und Schüler auf spielerische Art und Weise für Naturwissenschaft und Technik begeistert werden. Die Wettbewerbsthemen wechseln jährlich und zeigen die Vielseitigkeit des Bauingenieurberufs. Auf diesem Weg werben die Kammern für das Ingenieurwesen, um damit langfristig dem Fachkräftemangel in den technischen Berufen entgegenzuwirken.

Neuer Ratgeber: Bundesingenieurkammer gibt praktische Tipps für kühle Wohnungen

Neuer Ratgeber: Bundesingenieurkammer gibt praktische Tipps für kühle Wohnungen 150 150 Bundesingenieurkammer

Hitzewellen in Deutschland: Bundesingenieurkammer gibt praktische Tipps für kühle Wohnungen

Neuer Ratgeber erklärt verständlich, wie Wohngebäude auch an heißen Tagen kühl bleiben, und warum manche vermeintlichen Tipps kaum helfen

Berlin, 29. Juli 2026. Deutschland erlebt erneut eine Hitzewelle mit Temperaturen von deutlich über 30 Grad. Hinzu kommen immer häufiger Tropennächte, in denen sich Gebäude kaum noch abkühlen. Die Folgen reichen von schlaflosen Nächten bis hin zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen insbesondere für ältere Menschen, Kinder und chronisch Erkrankte.

Mit ihrem neuen Ratgeber „Kühle Räume trotz Sommerhitze“ zeigt die Bundesingenieurkammer, wie sich Wohnräume auch ohne aufwendige Technik wirksam vor Überhitzung schützen lassen. Die kostenlose Broschüre bündelt leicht umsetzbare Empfehlungen für den Alltag und erläutert zugleich verständlich die bauphysikalischen Hintergründe.

„Viele Menschen wissen, dass sie Rollläden schließen oder nachts lüften sollten. Weshalb diese Maßnahmen besonders wirksam sind, wird jedoch selten erklärt“, sagt der Initiator des Ratgebers, Dipl.-Ing. (FH) Friedhelm Maßong. „Wer die physikalischen Zusammenhänge versteht, kann sein Gebäude deutlich effektiver vor Hitze schützen.“

Die Broschüre unterscheidet sich damit bewusst von klassischen Hitzeratgebern. Statt allgemeiner Verhaltensempfehlungen vermittelt sie Ingenieurwissen in verständlicher Sprache. So erfahren Leserinnen und Leser beispielsweise,

  • warum außenliegender Sonnenschutz deutlich wirksamer ist als Vorhänge oder Rollos,
  • weshalb Lüften tagsüber häufig das Gegenteil des Gewünschten bewirkt,
  • wie Ventilatoren richtig eingesetzt werden,
  • welche Kühlgeräte tatsächlich sinnvoll sind und
  • weshalb Gebäude Wärme vor allem in Wänden, Decken und Böden speichern.

Der Leitfaden zeigt außerdem, dass sich bereits mit einfachen Maßnahmen erhebliche Verbesserungen erzielen lassen. An erster Stelle steht dabei immer, möglichst wenig Sonnenwärme in das Gebäude gelangen zu lassen. Erst wenn passive Maßnahmen wie Verschattung und richtige Lüftung nicht ausreichen, sollten technische Kühllösungen in Betracht gezogen werden.

„Mit dem Klimawandel wird der sommerliche Wärmeschutz vor allem für den bestehenden Gebäudebestand zu einer dauerhaften Aufgabe“, erklärt Friedhelm Maßong, Vorsitzender des Arbeitskreises Nachhaltigkeit und Energie der Bundesingenieurkammer. „Viele wirksame Maßnahmen kosten wenig oder gar nichts. Entscheidend ist, sie richtig anzuwenden.“

Die Bundesingenieurkammer möchte mit dem Ratgeber einen Beitrag dazu leisten, die Bevölkerung über wirksamen Hitzeschutz aufzuklären.

Die Broschüre „Kühle Räume trotz Sommerhitze – Ratgeber der Bundesingenieurkammer für wirksamen Hitzeschutz in Wohngebäuden“ steht ab sofort unter www.bingk.de kostenlos zum Download zur Verfügung.

Broschüre „Kühle Räume trotz Sommerhitze“ pdf 

Gemeinsame Pressemitteilung Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“

Gemeinsame Pressemitteilung Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ 150 150 Bundesingenieurkammer

Hitzeschutz für eine starke Wirtschaft

Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung ermöglicht flächendeckenden Hitzeschutz

Berlin, 14. Juli 2026. Hitze, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen belasten die Menschen in Städten und Gemeinden immer stärker. Sie mindern die Lebensqualität, gefährden die Gesundheit und bedrohen die wirtschaftliche Entwicklung. Bis 2050 wird Hitzestress weltweit allein aufgrund von Produktivitätseinbußen zu wirtschaftlichen Verlusten von 7,1 Billionen US-Dollar führen. Das World Economic Forum stuft die Gesundheitsbelastung der Beschäftigten und den damit verbundenen Verlust an Arbeitsproduktivität als eine der zentralen ökonomischen Risiken ein. Auch die gesundheitlichen Folgen sind immens. Eine halbe Million Menschen sterben jährlich weltweit an extremer Hitze. Hitze fordert mehr Todesopfer als Überschwemmungen, Hurrikane und Erdbeben zusammen und ist das tödlichste Klimarisiko.

Grün-Blaue Infrastrukturen sind kein Luxus, sie sind elementar für Lebensqualität und wirtschaftliche Entfaltung. Städte mit ausreichend Grün- und Wasserzonen sowie entsiegelten Flächen und einer leistungsfähigen blau-grünen Infrastruktur bleiben auch bei zunehmender Hitze funktionsfähig. Sie schützen die Gesundheit der Bevölkerung, sichern die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten, senken Folgekosten und erhöhen die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte. Investitionen in Hitzeschutz sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Handlungsdruck trifft auf knappe Kassen
Der klimaangepasste und wasserbewusste Umbau unserer Städte und Gemeinden ist notwendig – und kostet Geld. Investitionszwang trifft auf klamme Kassen. Während wasserwirtschaftliche Anlagen über Gebühren finanziert werden, sind Klimaanpassungsmaßnahmen, wie beispielsweise das Anlegen und das Unterhalten von Stadtgrün, von der allgemeinen kommunalen Haushaltslage abhängig.

Die Kommunen brauchen für die Klimaanpassung eine langfristig sichere Finanzierung. Weder komplizierte Förderprogramme noch kurzfristige Mittelbereitstellung können diese auf Dauer gewährleisten. Die Bundesregierung muss Hitzeschutz als Maßnahme zur Standortsicherung ernst nehmen und eine langfristig gesicherte Finanzierung für Präventions-, Anpassungs- und Investitionsmaßnahmen bereitstellen. Nur so lassen sich Produktivität, Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland nachhaltig stärken.

Die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ fordert die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe nach Art. 91a im Grundgesetz zu verankern, denn diese ermöglicht Bund, Ländern und Kommunen dauerhaft und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und die Klimaanpassung rechtlich abgesichert, strategisch abgestimmt und langfristig finanziert umzusetzen.

Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“
Die Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ ist ein von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) initiiertes und koordiniertes Netzwerk von Verbänden und Institutionen verschiedenster Fachdisziplinen. Die Allianz setzt sich für eine rasche und bundesweite Umsetzung wasserbewusster Stadtentwicklung ein. Sie fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumentwicklung, Straßenplanung, Wissenschaft, Praxis und Entscheidungsträgern.

Die Bundesingenieurkammer gehört der Allianz „Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung“ an.

Bundesingenieurkammer: Deutschland ist auf die nächste Flut nicht ausreichend vorbereitet

Bundesingenieurkammer: Deutschland ist auf die nächste Flut nicht ausreichend vorbereitet 150 150 Bundesingenieurkammer

Handlungsfähige Verwaltungen, digitale Bauwerksdaten und ingenieurtechnischer Sachverstand sind entscheidend für resiliente Infrastrukturen

Berlin, 14. Juli 2026. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal fordert die Bundesingenieurkammer, die Erfahrungen aus dem Wiederaufbau konsequent in die Planung, den Betrieb und den Schutz kritischer Infrastrukturen zu überführen. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse dürfe Deutschland nicht erst im Krisenfall reagieren, sondern müsse seine technischen, organisatorischen und rechtlichen Strukturen vorausschauend stärken.

Die Flutkatastrophe habe deutlich gemacht, dass der Erfolg von Sofortmaßnahmen und Wiederaufbau wesentlich von der schnellen Verfügbarkeit ingenieurtechnischer Expertise abhängt. Gleichzeitig seien Defizite sichtbar geworden, die bis heute bestehen: unvollständige Bauwerksdokumentationen, fehlende digitale Informationsstrukturen, langwierige Entscheidungsprozesse und eine unzureichende Einbindung technischen Sachverstands in Verwaltung und Politik.

Die Bundesingenieurkammer fordert deshalb, die systematische Erfassung und Dokumentation von Bauwerken als Bestandteil der nationalen Resilienzstrategie zu verankern. Für Brücken, Straßen, Wasserbauwerke sowie weitere kritische Infrastrukturen müssen aktuelle und strukturierte Bestandsdaten jederzeit verfügbar sein. Nur wenn Informationen über Bauwerke, Leitungen und Gründungen im Ernstfall unmittelbar genutzt werden können, lassen sich Schäden schnell bewerten und notwendige Maßnahmen ohne Zeitverlust einleiten.

Ebenso notwendig ist aus Sicht der Bundesingenieurkammer ein professionelles Informationsmanagement über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken. Voraussetzung hierfür bleiben vollständige und qualitätsgesicherte 2D-Bestandsunterlagen. Digitale Planungs- und Bauwerksdaten nach der BIM-Methodik müssen flächendeckend aufgebaut und dauerhaft gepflegt werden.

Darüber hinaus fordert die Bundesingenieurkammer eine stärkere Verankerung ingenieurtechnischer Kompetenz in öffentlichen Verwaltungen und Krisenstäben. Naturkatastrophen und andere Schadenslagen erfordern schnelle technische Entscheidungen. Dafür müssen Ingenieurinnen und Ingenieure frühzeitig eingebunden werden und innerhalb klarer rechtlicher Rahmenbedingungen eigenverantwortlich handeln können. Bürokratische Abläufe dürfen notwendige Sofortmaßnahmen nicht verzögern.

Die Bundesingenieurkammer spricht sich außerdem für einen Ausbau des Einsatzingenieurwesens im Zivil- und Katastrophenschutz aus. Dazu gehören vorbereitete Einsatzstrukturen, standardisierte Verfahren, moderne technische Ausstattung sowie rechtssichere Entscheidungswege für Ingenieurinnen und Ingenieure im Krisenfall. Gleichzeitig sollten Kommunen ihre organisatorischen Strukturen stärken.

Aus den Erfahrungen des Ahrtals ergibt sich nach Auffassung der Bundesingenieurkammer ein klarer Handlungsauftrag: Kritische Infrastruktur muss nicht nur klimaresilient geplant und gebaut, sondern auch so dokumentiert werden, dass sie nach Extremereignissen schnell wieder funktionsfähig gemacht werden kann. Dafür braucht es verlässliche Daten, leistungsfähige Verwaltungsstrukturen und das konsequente Vertrauen in die fachliche Kompetenz der planenden Ingenieurinnen und Ingenieure.

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe ist die Zeit der Analyse vorbei. Jetzt müssen die Lehren aus dem Ahrtal in dauerhaft belastbare Strukturen für Planung, Verwaltung und Katastrophenschutz überführt werden.

Die Bundesingenieurkammer hat hierzu Handlungsempfehlungen aus den Erfahrungen der Flutkatastrophe im Ahrtal erarbeitet.

Pressestatement zur Verabschiedung des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes

Pressestatement zur Verabschiedung des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes 150 150 Bundesingenieurkammer

Pressestatement

Bundesingenieurkammer: Infrastruktur-Zukunftsgesetz ist wichtige Voraussetzung, um den Investitionsstau abzubauen

Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz (InfZuG) hat der Bundestag am 26. Juni 2026 ein Gesetzespaket verabschiedet, das Planungs-, Genehmigungs- und Bauverfahren für zentrale Infrastrukturvorhaben deutlich beschleunigen soll. Ziel ist es, Investitionen in Verkehrswege, Wasserstraßen, Schieneninfrastruktur sowie Hochwasser- und Küstenschutz schneller umzusetzen und vorhandene Planungskapazitäten effizienter einzusetzen.

Die Bundesingenieurkammer unterstützt das Infrastruktur-Zukunftsgesetz und sieht darin eine wichtige Voraussetzung, um den Investitionsstau bei Straßen, Brücken, Schienen und Wasserstraßen abzubauen. Positiv bewertet sie insbesondere die geplante Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie die stärkere Digitalisierung. Zugleich mahnt die Bundesingenieurkammer an, bürokratische Hemmnisse kontinuierlich abzubauen. Zudem müsse sich eine Genehmigungs- und Planungskultur in Deutschland etablieren, vorhandene Entscheidungsspielräume stärker zu nutzen.

Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer: „Die Ingenieurinnen und Ingenieure in Deutschland sind bereit, die Modernisierung unserer Infrastruktur voranzutreiben. Was bislang oft fehlte, waren Verfahren, die mit dem Investitionsbedarf Schritt halten können. Wenn Planungen schneller genehmigt und Doppelprüfungen vermieden werden, entstehen neue Spielräume für die Umsetzung. Das Gesetz schafft dafür wichtige Voraussetzungen und sendet ein Signal des Aufbruchs an alle, die an der Erneuerung unseres Landes mitwirken.“

Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern begeistert junge Talente

Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern begeistert junge Talente 150 150 Bundesingenieurkammer

Junge MINT-Talente für beeindruckende Konstruktionen ausgezeichnet

Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern begeistert junge Talente

Berlin, 19. Juni 2026. Die besten Nachwuchstalente des Schülerwettbewerbs Junior.ING der Bundesingenieurkammer wurden am 19. Juni 2026 im Deutschen Technikmuseum Berlin ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger aus Sachsen und Bayern sicherten sich die ersten Plätze des diesjährigen Bundesfinale. Sie überzeugten die fünfköpfige Jury mit ihren Modellen durch technisch anspruchsvolle und innovative Lösungen.

Insgesamt 32 Gewinnerteams reisten nach Berlin, nachdem sie sich zuvor in den Landeswettbewerben der Ingenieurkammern in zwei Alterskategorien durchgesetzt hatten. Bundesweit nahmen rund 5.500 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teil.

Passend zum Jahr der Fußballweltmeisterschaft 2026 lautete das Motto „Arena – gut überDACHt“. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten innovative Tragwerkslösungen für Stadiondächer. Aufgabe war es, eine Überdachung für eine Arena zu entwerfen und mit einfachen Materialien zu bauen. Die Konstruktion musste eine Last von mindestens 250 Gramm tragen und einem simulierten Windsturm standhalten. Die bestplatzierten Modelle jeder Alterskategorie sind im Science Center Spectrum des Deutschen Technikmuseums Berlin zu sehen.


Platz 1: Alterskategorie I (bis einschließlich Klasse 8)
Luise Kaufmann, Nele Jolina Schmidt und Paula Spranger vom Matthes-Enderlein-Gymnasium in Zwönitz (Sachsen) mit dem Modell „Fairy Theater“

Platz 1: Alterskategorie II (ab Klasse 9)
Paul Constantiniu vom Gymnasium Donauwörth (Bayern) mit dem Modell „Arena Z“

 

MINT-Lücke im Fokus
Der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung des MINT-Nachwuchses. Er vermittelt Kompetenzen aus Mathematik, Naturwissenschaften und Technik und macht ingenieurwissenschaftliche Berufe praxisnah erlebbar.

Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Wettbewerbe wie Junior.ING eröffnen frühzeitig einen praxisnahen Zugang zu technischen Fragestellungen und zeigen, wie spannend und gesellschaftlich relevant ingenieurtechnische Berufe sind. Sie machen Mut, diesen Weg weiterzugehen und deshalb haben wir im Bundesministerium die Schirmherrschaft für diesen Wettbewerb sehr gerne übernommen.“

Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels im Bauingenieurwesen gewinnt die Nachwuchsförderung weiter an Bedeutung – sowohl für die Wirtschaft als auch die öffentliche Verwaltung. So vergibt die Deutsche Bahn als langjährige Partnerin des Junior.ING Sonderpreise für besonders innovative Modelle.

Daniela Michael, Leiterin Grundsätze und Prozesse Recruiting bei der Deutschen Bahn AG, unterstreicht: „Als Deutsche Bahn tragen wir eine besondere Verantwortung für die Infrastruktur unseres Landes. Angesichts des enormen Modernisierungsbedarfs und der wachsenden Mobilitätsansprüche braucht es kluge Köpfe und neue Perspektiven mehr denn je. Die Jugendlichen von heute sind die Ingenieur:innen, die morgen unsere Infrastruktur neu denken und mit Leben füllen.“

Sonderpreis Deutsche Bahn: Alterskategorie I (bis einschließlich Klasse 8)
Frieda Heinrich vom Staatlichen Gymnasium „Albert Schweitzer“ in Erfurt (Thüringen) mit dem Modell „Lichtfang-Arena“

Sonderpreis Deutsche Bahn: Alterskategorie II (ab Klasse 9)
Janek Hentsch, Jonasz Koper und Sebastian Heimpold vom Werner-Heisenberg-Gymnasium in Leipzig (Sachsen) mit dem Modell „Einfache Hyparschale“

„Die Projekte der Preisträger:innen beeindrucken nicht nur durch technisches Know-how, sondern vor allem durch Leidenschaft, Neugier und Mut. Genau diese Eigenschaften braucht es, um die Welt von morgen zu gestalten. Es ist inspirierend zu sehen, wie junge Menschen sich mit Ideen und Begeisterung den großen Fragen unserer Zeit stellen,“ so Daniela Michael weiter.

Junior.ING begeistert junge Talente
5.411 Schülerinnen und Schüler aus 489 Schulen reichten insgesamt 1.975 Modelle ein. Diese haben deutschlandweit mehr als 44.000 Stunden geplant, entworfen und gebaut.

Prof. Dr.-Ing. Helmut Schmeitzner, Juryvorsitzender Junior.ING und Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer: „Ob als Bühne für einen Theaterabend, als Freiluftkino oder als Spielstätte für ein Rock-Konzert: Jede Stadt, die eine Freilichtbühne für solche Veranstaltungen hat, kann sich glücklich schätzen. Aber es gilt: keine Bühne ohne Tribüne! Die Teilnehmer am diesjährigen Junior.ING-Wettbewerb hatten die Aufgabe, für eine halbkreisförmige Zuschauertribüne eine Dachkonstruktion zu entwerfen, die den Besuchern Schutz vor Sonne, Wind und Regen bietet, alle Dachlasten sicher abtragen kann und eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Die rege Teilnahme beweist, dass unser Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder für jede Menge Inspiration gesorgt hat. Der Jury fiel die Auswahl der allerbesten unter den besten 32 Modellen sichtlich schwer.“

Die beiden ersten Plätze waren mit jeweils 500 Euro dotiert und die nachfolgenden Plätze 2 bis 4 konnten sich über 400, 300 beziehungsweise 100 Euro freuen. Der Sonderpreis der Deutschen Bahn war mit 300 Euro dotiert.

Über den Wettbewerb
Zum Schülerwettbewerb Junior.ING zugelassen sind Einzel- und Gruppenarbeiten von Schülerinnen und Schülern allgemein- und berufsbildender Schulen. Ausgeschrieben ist der Wettbewerb in zwei Alterskategorien: Kategorie I bis Klasse 8 sowie Kategorie II ab Klasse 9. In einem ersten Schritt loben die 16 Ingenieurkammern den Wettbewerb für ihr Bundesland aus. Die Siegerinnen und Sieger des Landeswettbewerbs nehmen dann am Bundesentscheid teil.

Der Schülerwettbewerb soll Schülerinnen und Schüler auf spielerische Art und Weise für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Die Wettbewerbsthemen wechseln jährlich und zeigen so die Vielseitigkeit des Bauingenieurberufs. Auf diesem Weg werben die Kammern für das Ingenieurwesen, um damit langfristig dem Fachkräftemangel in den technischen Berufen entgegenzuwirken.

Pressefotos zum Download (nach 14:00 Uhr,19. Juni 2026) https://bingk.de/junior.ing2026

Weitere Informationen finden Sie unter www.bingk.de

Über die Bundesingenieurkammer

Die Bundesingenieurkammer (BIngK) vertritt die gemeinschaftlichen Interessen der 16 Länderingenieurkammern. Seit mehr als 30 Jahren setzt sie sich bundesweit und auf europäischer Ebene für die Belange von rund 45.000 Ingenieurinnen und Ingenieuren ein.

Pressefotos zum Download (nach 14:00 Uhr,19. Juni 2026) https://bingk.de/junior.ing2026

Die Nominierten für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 stehen fest

Die Nominierten für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 stehen fest 150 150 Bundesingenieurkammer

Innovation, Nachhaltigkeit, Exzellenz: Die Nominierten für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 stehen fest

Berlin, 15. Juni 2026. Die Nominierungen für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 stehen fest. Nach intensiven Beratungen gab die Fachjury aus den 41 eingereichten Bewerbungen die Projekte der engeren Wahl bekannt. Sieben wegweisende Bauwerke zwischen Berlin und Reutlingen konkurrieren um den renommierten Staatspreis.

Der Deutsche Ingenieurbaupreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für Bauingenieurinnen und Bauingenieure in Deutschland. Mit dem Staatspreis der Bundesrepublik Deutschland werden alle zwei Jahre beispielhafte Ingenieurbauwerke und Ingenieurleistungen ausgezeichnet, die sich durch besondere Innovationskraft, gestalterische Qualität sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen auszeichnen. Im Fokus stehen Projekte, die durch nachhaltige Konzepte, technische Exzellenz und ihren Beitrag zur gebauten Umwelt überzeugen.

Der Nachwuchspreis würdigt das Engagement junger Ingenieurinnen und Ingenieure und ist zugleich als Ansporn für Innovation, Verantwortung und Nachhaltigkeit im Bauwesen gedacht.

Die sieben Nominierten für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026:
(in alphabetischer Reihenfolge der Projektstandorte)

Bauhaus-Archiv Tower, Berlin (Berlin)
Ingenieurbüro: B+G Bollinger und Grohmann Ingenieure GmbH
Bauherr: Land Berlin
Der fünfgeschossige Stahl-Holz-Hybridbau mit stützenfreien Innenräumen und dem unregelmäßigen außenliegenden Stahltragwerk spiegelt die neuen Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten des computergestützten experimentellen Arbeitsprozesses wider.

Sprung über die Emscher – Silver Arrow, Castrop-Rauxel (Nordrhein-Westfalen)
Ingenieurbüro: INGE Schüßler-Plan mit DKFS
Bauherr: Emschergenossenschaft
Die Brücke ist als mehrfach gekrümmte Ganzstahlkonstruktion mit einer Länge von über 400 Metern ausgeführt und wurde vollständig computergestützt modelliert, um Geometrie, Tragverhalten und Materialeinsatz zu optimieren. Die Form des Bauwerks ergibt sich dabei unmittelbar aus den konstruktiven Anforderungen und macht den Kraftverlauf sichtbar.

Chemnitzer Viadukt, Chemnitz (Sachsen)
Ingenieurbüro: KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH
Bauherr: DB InfraGO AG
Das denkmalgeschützte Viadukt wurde nach dem Grundsatz „Weiterbauen im Bestand“ instandgesetzt und an zukünftige Anforderungen angepasst. Durch gezielte Ertüchtigungsmaßnahmen und den Ersatz einzelner Bauteile konnte die Nutzung für den Bahnverkehr nachhaltig gesichert werden.

Hyparschale, Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Ingenieurbüro: CARBOCON GMBH
Bauherr: Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement (Eb KGm)
Das Schalentragwerk wurde durch eine Verstärkung mit dünnen Schichten aus Carbon-Beton ertüchtigt, um die Tragfähigkeit wiederherzustellen und eine neue Nutzung zu ermöglichen. Die Sanierung des Baus von Ulrich Müther erfolgte substanzschonend und erlaubt den Erhalt des Bauwerks bei gleichzeitig deutlich reduzierten CO₂-Emissionen im Vergleich zu alternativen Maßnahmen.

Museum Historische Oberamteistraße, Reutlingen (Baden-Württemberg)
Ingenieurbüro: str.ucture GmbH
Bauherr: Stadt Reutlingen
Das Raumtragwerk aus heimischer Weißtanne bildet die Kubatur eines historischen Hauses nach und überspannt einen über mehrere Geschosse reichenden Luftraum über einem historischen Kellergewölbe. Gleichzeitig stabilisiert das Tragwerk das Nachbargebäude unter Gebrauchs- und Erdbebenlasten.

Brücke über den Seeblickweg, Stuttgart (Baden-Württemberg)
Ingenieurbüro: Harrer Ingenieure Gesellschaft Beratender Ingenieure VBI mbH
Bauherr: Tiefbauamt Stadt Stuttgart
Das Bauwerk überspannt den Verkehrsraum als integrale Zweifeldkonstruktion in einer neuartigen Holz-Carbon-Beton-Verbundbauweise. Die Konstruktion nutzt die jeweiligen Stärken der eingesetzten Materialien konsequent und führt sie zu einem ebenso leistungsfähigen Tragwerk zusammen.

Nibelungenbrücke, Worms (Rheinland-Pfalz)
Ingenieurbüro: MKP GmbH
Bauherr: Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz
Mit einem gesamtheitlichen Konzept der digitalen Bauwerkserhaltung konnte die Restnutzungsdauer der Spannbetonbrücke durch Bestandsanalyse, Monitoring und modellbasierte Nachrechnung verlängert werden. Die gewonnenen Daten werden in einem digitalen Modell gebündelt und ermöglichen Prognosen zum Tragverhalten sowie eine Bewertung des Bauwerkszustands.

Über den Staatspreis

Der Deutsche Ingenieurbaupreis wird im Zweijahresrhythmus als offizieller Preis der Bundesregierung für Ingenieurbaukunst verliehen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und die Bundesingenieurkammer e. V. (BIngK) loben den Deutschen Ingenieurbaupreis gemeinsam aus. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) führt das Verfahren durch. Insgesamt werden 60.000 Euro an Preisgeldern vergeben.

Pressefotos der nominierten Projekte stehen unterhttp://bingk.de/dingbp2026Nfür redaktionelle Zwecke kostenfrei zum Download bereit.

Politischer Abend der Bundesingenieurkammer: Bundesverkehrsminister Schnieder hält Grußwort

Politischer Abend der Bundesingenieurkammer: Bundesverkehrsminister Schnieder hält Grußwort 150 150 Bundesingenieurkammer

Investitionen allein bauen nicht: Bundesingenieurkammer mahnt mittelstandsfreundliche Politik an

Bundesverkehrsminister Schnieder hält Grußwort beim Politischen Abend der Bundesingenieurkammer

Berlin, 10. Juni 2026. „Wir investieren so viel wie nie zuvor in unsere Verkehrsinfrastruktur. Entscheidend ist eine schnelle und effiziente Umsetzung – gemeinsam mit den Ingenieurinnen und Ingenieuren“, erklärte Patrick Schnieder, MdB, Bundesminister für Verkehr, beim Politischen Abend der Bundesingenieurkammer in Berlin.

Im Zentrum der Veranstaltung am 9. Juni 2026 stand die Frage, ob die aktuellen politischen Rahmenbedingungen ausreichen, um die geplanten Infrastrukturinvestitionen der Bundesregierung tatsächlich umzusetzen. Der Präsident der Bundesingenieurkammer, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, äußerte daran Zweifel und rückte die Situation der mittelständisch geprägten Ingenieurbüros in den Fokus.

„Ingenieurbüros sind zentral für die Umsetzung von Infrastruktur- und Klimaanpassungsmaßnahmen. Doch die derzeitige wirtschaftspolitische Ausrichtung ist für unsere Strukturen nicht förderlich“, betonte der Präsident. „Es fehlt eine konsequent mittelstandsfreundliche Politik, die faire Vergütung sicherstellt und Wettbewerb fördert.“

Nach Einschätzung der Bundesingenieurkammer zeigen sich die Defizite vor allem in steigenden bürokratischen Anforderungen. Diese belasten kleine und mittlere Ingenieurbüros unverhältnismäßig und schwächen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig stehen steigenden Investitionskosten, Fachkräftemangel und hohen Haftungsrisiken häufig nicht auskömmliche Honorare gegenüber. Hinzu kommt eine unsichere Projektpipeline: Kurzfristige Ausschreibungen erschweren eine nachhaltige Kapazitätsplanung der Ingenieurbüros erheblich.

Mit Blick auf die Infrastrukturpolitik betonte die Bundesingenieurkammer die zentrale Rolle von Ingenieurinnen und Ingenieuren für die erfolgreiche Umsetzung der Investitionen vor allem aus dem Sondervermögen.

Der Politische Abend machte deutlich: Ohne eine Stärkung der Ingenieurbüros drohen Infrastrukturvorhaben an einem Engpass an Planungsleistungen zu scheitern.

Bildmaterial zum Download Politscher Abend Bundesingenieurkammer 2026

Gebäudemodernisieurungsgesetz: Bundesingenieurkammer kritisiert unzureichenden Transformationspfad

Gebäudemodernisieurungsgesetz: Bundesingenieurkammer kritisiert unzureichenden Transformationspfad 150 150 Bundesingenieurkammer

Berlin, 12. Mai 2026. Die Bundesingenieurkammer kritisiert in ihrer Stellungnahme den Referentenentwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) trotz einzelner Fortschritte als insgesamt unzureichend.

Bereits das Verfahren wird beanstandet: Die Frist zur Stellungnahme sei zu kurz gewesen, um die komplexen Inhalte fachlich fundiert zu bewerten. Angesichts der Tragweite des Gesetzes für Planung, Baupraxis und Energieberatung sei eine breitere Einbindung der Fachöffentlichkeit erforderlich.

Inhaltlich erkennt die Kammer zwar positive Ansätze, etwa die Überführung wesentlicher Einzelanforderungen der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) in nationales Recht und damit auch die Einführung der Lebenszyklusanalyse (LCA). Die Lebenszyklusanalyse bleibt nach Ansicht der Bundesingenieurkammer wirkungslos, da verbindliche Grenzwerte fehlen. Es fehle eine klare Zielperspektive mit konkreten Meilensteinen für einen klimaneutralen Gebäudebestand. Ohne nachvollziehbaren Transformationspfad drohten nationale und europäische Klimaziele verfehlt zu werden.

Kritisch bewertet wird insbesondere die geplante Neuregelung beim Heizungstausch. Der Wegfall zentraler Vorgaben schaffe Unsicherheiten, etwa beim Ausstieg aus Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen. Die vorgeschlagene „Biotreppe“ wird als unzureichend eingeschätzt, da sie weder Klimaneutralität bis 2045 sicherstellt noch die Verfügbarkeit nachhaltiger Brennstoffe gewährleistet. Die Kammer fordert klare und verlässliche Rahmenbedingungen sowie den Erhalt der 65-Prozent-EE-Vorgabe.

Auch im Neubau sieht die Bundesingenieurkammer Risiken: Energetische Anforderungen insbesondere bei Nichtwohngebäuden drohen zu sinken. Zudem wird die Fokussierung auf den Primärenergiebedarf kritisiert; stattdessen sei eine Ausrichtung an tatsächlichen CO₂-Emissionen erforderlich. Zielkonflikte zwischen Effizienzanforderungen und Baukosten müssten stärker berücksichtigt werden.

Weitere Kritik betrifft die Energieausweise: zukünftig verpflichtende Angaben für Modernisierungsempfehlungen bergen Haftungsrisiken, da die Datengrundlage oft unsicher ist. Zudem sollten die Energieausweise eine Transparenz bei CO₂- und Betriebskosten schaffen.

Notwendig wäre verlässlicher Transformationspfad
Nach Auffassung der Bundesingenieurkammer verfehlt der Entwurf das erklärte Ziel der Vereinfachung. Weder werde die Komplexität des Regelwerks spürbar reduziert, noch entstehe mehr Transparenz für die Praxis. Die Bundesingenieurkammer hatte einen echten Neustart für den Gebäudesektor erwartet – mit klaren, praktikablen und klimapolitisch wirksamen Regelungen. Notwendig wäre aus Sicht der Bundesingenieurkammer ein klarer, konsistenter und verlässlicher Transformationspfad.

Gleichzeitig betont die Kammer ihre Bereitschaft zur konstruktiven Mitwirkung im weiteren Verfahren. Angesichts der großen Herausforderungen im Klimaschutz und bei der Energieeinsparung sei jedoch ein ernsthafter, transparenter und fachlich fundierter Beteiligungsprozess unerlässlich. Trotz der knappen Frist hat die Bundesingenieurkammer erste konkrete Punkte benannt, die aus ihrer Sicht präzisiert, nachgeschärft oder gestrichen werden müssen.

Stellungnahme der Bundesingenieurkammer zum Download

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